WIRTSCHAFT


Japaner kaufen Badezimmerausrüster Grohe

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Baku, den 26. September (AZERTAG). Ein Weltstar aus dem Sauerland wird japanisch. Der asiatische Armaturenhersteller Lixil übernimmt die Firma Grohe für 2,7 Milliarden Euro. Das Geld fließt an zwei Finanzinvestoren, die mit dem Kauf kräftig Kasse machen.

Der Konzern Lixil übernimmt den Armaturenhersteller Grohe. Man habe sich mit den Eigentümern von Grohe grundsätzlich auf einen Kaufvertrag geeinigt, sagte Lixil-Chef Yoshiaki Fujimori zunächst am Donnerstag in Tokio. Wenig später bestätigte Grohe, dass Lixil gemeinsam mit der Development Bank of Japan 87,5 Prozent der Anteile erwerbe. Bei einem Firmenwert von rund drei Milliarden Euro entspreche dies knapp 2,7 Milliarden Euro.

Die Übernahme werde voraussichtlich im ersten Quartal 2014 über die Bühne gehen, teilte Grohe mit. Das Unternehmen und seine chinesische Tochterfirma Joyou blieben innerhalb des japanischen Konzerns eigenständig. Auch die Unternehmensleitung werde sich nicht verändern.

Europas größter Armaturenhersteller war im Jahr 2004 für rund 1,5 Milliarden Euro von zwei Finanzinvestoren übernommen worden: der amerikanischen Texas Pacific Group (TPG) sowie einer Tochtergesellschaft der Schweizer Großbank Credit Suisse. Der Fall hatte im Bundestagswahlkampf 2005 für Aufsehen gesorgt, weil er zunächst als Paradebeispiel für das skrupellose Verhalten sogenannter Heuschrecken galt, die mittelständische Unternehmen kaufen und aussaugen.

Ganz so schlimm kam es bei Grohe nicht. Immerhin blieben die Investoren sieben Jahre dabei. Der Umsatz hat sich in dieser Zeit fast verdoppelt und liegt heute bei 1,4 Milliarden Euro. Vielen gilt der Fall sogar als Musterbeispiel eines gelungenen Konzernumbaus. Nur die immensen Schulden von 1,5 Milliarden Euro zeugen von den typischen Symptomen eines von Finanzinvestoren übernommenen Unternehmens.

 

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