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Japanische Polizei zwei Finanzmanager wegen des Verdachts auf Bestechung in Gewahrsam genommen

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Baku, den 5. Dezember (AZERTAG). In Japans Finanzbranche gehören Einladungen zum Abendessen zum guten Ton. Ein Mitarbeiter der Deutschen Bank soll es aber übertrieben haben. Er wurde wegen des Verdachts auf Bestechung festgenommen.

Die japanische Polizei hat zwei Finanzmanager wegen des Verdachts auf Bestechung in Gewahrsam genommen. Dabei handelt es sich um einen Mitarbeiter der Deutschen Bank und einen ehemaligen Pensionsfonds-Manager des Handelshauses Mitsui & Co, wie die Polizei in Tokio mitteilte. Bereits am Mittwoch war bekannt geworden, dass die japanische Börsenaufsicht die Investmentsparte der Deutschen Bank in Tokio wegen überzogener Spesenausgaben bestrafen will.

Yutaka T. war bei Mitsui für die Verwaltung von Unternehmen-Pensionsfonds verantwortlich. Vom Deutsche-Bank-Mitarbeiter Shigeru E. soll er zwischen April und August 2012 Annehmlichkeiten wie Abendessen und Fernreisen im Wert von geschätzten 900.000 Yen angenommen haben, umgerechnet knapp 6500 Euro. Danach soll er in Finanzprodukte der Deutschen Bank im Volumen von einer Milliarde Yen investiert haben.

Die beiden Manager waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Unklar ist, ob sie sich juristisch vertreten lassen. Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte die Verhaftungen nicht kommentieren. Ein Sprecher von Mitsui & Co sagte: „Es tut uns leid, dass unser ehemaliger Mitarbeiter in diesem Fall involviert ist, und nach Bestätigung der Fakten werden wir angemessene Maßnahmen in Erwägung ziehen.“

Strenge Anti-Korruptionsregeln – Neben der Strafe könnte die Finanzaufsicht die Bank auffordern, ihre Geschäftspraktiken zu verbessern. Strafen wegen überhöhter Spesenausgaben sind in Japan selten, da die Regeln, was als überhöht zu bezeichnen ist, nicht klar definiert sind.

In Japans Finanzbranche ist es üblich, Kunden abends auszuführen. Für Manager von Pensionsfonds gelten jedoch ähnlich wie für Staatsbedienstete besonders strenge Anti-Korruptionsregeln, weil sie hohe Summen für die Altersvorsorge anlegen.

Das Vertriebsteam der Deutschen Bank für Pensionsfonds ist nach Angaben informierter Personen inzwischen aufgelöst worden. Laut Insidern sollen die Mitarbeiter der Tochter Deutsche Securities wiederholt übertrieben viel für Unterhaltungsangebote für ihre Kunden ausgegeben haben, um an Aufträge zu kommen.

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