WIRTSCHAFT


Japans Wirtschaft enttäuscht mit Mini-Wachstum

A+ A

Baku, den 9. Dezember (AZERTAG). Die Wirtschaft in Japan wächst nur noch langsam, trotz lockerer Geldpolitik und riesiger Konjunkturprogramme auf Pump. Von Juli bis September legte das Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent zu - und damit deutlich schwächer als zuerst geschätzt.

Die japanische Regierung hat die ohnehin schon enttäuschenden Konjunkturdaten für das dritte Quartal nach unten korrigieren müssen. Die Wirtschaft des Landes wuchs nach den neuen Berechnungen von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 1,1 Prozent und nicht wie zuerst geschätzt um 1,9 Prozent. Im vorangegangenen Quartal waren es noch 3,8 Prozent gewesen.

Im Vergleich zum Zeitraum von April bis Juni legte die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt damit um 0,3 Prozent zu. Das bedeutet zwar im vierten Quartal in Folge einen Anstieg der japanische Wirtschaftsleistung, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Ökonomen einen wesentlich stärkeren Konjunkturschub erwartet hatten.

Bereits im kommenden April droht die japanische Wirtschaft weiter abgewürgt zu werden. Für diesen Zeitpunkt plant die Regierung des ohnehin hoch verschuldeten Landes die Erhöhung der Verbrauchssteuer, um unter anderem die riesigen Konjunkturpakete gegenzufinanzieren. Nun versucht das Kabinett von Ministerpräsident Shinzo Abe gegenzusteuern. Es segnete vergangene Woche haushaltswirksame Ausgaben in Höhe von 5,5 Billionen Yen (39 Milliarden Euro) ab.

Zusammen mit geplanten Ausgaben der Provinzregierungen sowie Darlehen für Kleinunternehmen hat das neue Konjunkturpaket sogar einen Umfang von 18,6 Billionen Yen. Das Bruttoinlandsprodukt soll dadurch um real etwa ein Prozent steigen.

Minus in der Handelsbilanz schwillt deutlich an - Als Schlüssel für eine wirtschaftliche Erholung sieht die Regierung die Investitionen der Unternehmen. Diese legten im dritten Quartal jedoch anders als erwartet praktisch nicht zu. Zunächst hatten die amtlichen Statistiker noch einen Zuwachs der Unternehmensausgaben von 0,2 Prozent errechnet, mussten dies nun aber korrigieren.

Der Konsum der Privathaushalte, der in Japan zu etwa 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung beiträgt, zog dagegen um 0,2 Prozent an und damit etwas mehr als die zuvor errechneten 0,1 Prozent. Grund dafür könnte sein, dass die Japaner jetzt Geld ausgeben, um der Steuererhöhung im kommenden Jahr zuvorzukommen. Das Handelsbilanzdefizit schwoll im Oktober der Regierung zufolge deutlich auf 1,09 Billionen Yen an, nachdem es im Vorjahresmonat noch 451,3 Milliarden Yen betragen hatte.

Grund dafür sind die massiv gestiegenen Einfuhren. Zwar legten auch die Exporte um 17,9 Prozent auf 5,8 Billionen Yen zu. Doch die Importe erhöhten sich noch deutlicher um 28,2 Prozent auf 6,9 Billionen Yen. Dazu trugen vor allem die steigenden Einfuhren an Öl und Gas bei, die Japan zur Energieerzeugung benötigt, da derzeit sämtliche Atomreaktoren abgeschaltet sind.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind