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Jeder Fünfte erkennt keinen Schlaganfall

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Baku, den 5. Oktober ( AZERTAG). Herzinfarkt und Schlaganfall zählen weltweit zur Todesursache Nummer eins. Um so erstaunlicher ist es, dass Europäer überraschend wenig über die ersten Anzeichen wissen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in neun europäischen Ländern.

Die Wichtigsten Herzinfarkt-Fakten: Der Begriff Herzinfarkt bezeichnet das teilweise Absterben des Herzmuskels. Der Grund ist ein Gefäßverschluss in mindestens einem der großen Herzkranzgefäße oder einem Gefäßast. Der Verschluss hat zur Folge, dass das Herzmuskelgewebe nicht mehr ausreichend durchblutet wird und abstirbt. Zwei Drittel aller Infarkte treten jenseits des 65. Lebensjahres auf.

Ursachen: Meistens verkalkte Blutgefäße. Durch Ablagerungen – sogenannte Plaques – an den Wänden der Gefäße, die den Herzmuskel mit Blut und Sauerstoff versorgen. In den Ablagerungen bilden sich minimale Risse, an die sich nachfolgend Blutplättchen anlagern, um den Riss zu verschließen. Ist das Gefäß völlig verstopft, ist die Sauerstoffzufuhr des Herzens unterbrochen – es kommt zum Infarkt.

Symptome: Starkes Druckgefühl im Brustkorb, das auch in den Hals oder Bauch ausstrahlen kann. Gleichzeitig kommt es zu Schweißausbruch, Übelkeit, Todesangst. Diese Beschwerden sind übrigens bei Männern stärker ausgeprägt als bei Frauen. Bei Frauen überwiegen allgemeines Unwohlsein und schwere Atemnot. Selten kann ein Herzinfarkt auch stumm, also ohne wesentliche Beschwerden ablaufen. Das ist oft bei älteren Menschen der Fall.

Therapie: Das vom Infarkt verschlossene Herzkranzgefäß muss sehr schnell mithilfe eines Katheters geöffnet werden. Dabei wird ein dünner Kunststoffschlauch vorsichtig in die verstopften Gefäße geschoben. Zusätzlich werden Medikamente eingesetzt – eine Maßnahme, die einen erneuten Infarkt verhindern soll. Zu den weiteren Maßnahmen gehört außerdem eine dauerhafte Behandlung mit Medikamenten. Diese Langzeit-Therapie besteht vor allem aus Acetylsalicylsäure zur Hemmung der Blutgerinnung und aus Betablockern.

Vorbeugung: Das Herz sollte geschont werden, indem Risikofaktoren für die Ausbildung einer Arterienverkalkung vermieden werden wie zum Beispiel Rauchen, Übergewicht und Dauerstress. Immer auf regelmäßige Bewegung achten (mindestens 30 Minuten täglich).

Laut der repräsentativen Befragung des Instituts innerhalb Europas erkennen viele Menschen nicht die typischen Warnsignale. Nur der Brustschmerz ist das einzige Herzinfarktsymptom, das mehr als der Hälfte der Europäer bekannt ist.

Beim Thema Schlaganfall ist die Unwissenheit weit verbreitet: Knapp einem Fünftel der Europäer wissen nicht, wie der sich der Anfall bemerkbar macht.

Anzeichen eines akuten Herzinfarkts

• Anhaltende heftige Schmerzen (länger als fünf Minuten) oder starker Druck in der Brust, ausstrahlend in Schulter, Arm, Unterkiefer oder Oberbauch

• Stärkere Schmerzen als bei der Brustenge (Angina pectoris), die sich nicht durch die Einnahme von Nitratspray bessern (wichtige Unterscheidung zum Angina-pectoris-Anfall)

• Unruhegefühl bis hin zu Todesangst

• Kalter Schweißausbruch und Blässe

• Übelkeit und Erbrechen

• Atemnot

Hintergrund: Für die Studie wurden 10 228 Personen aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Niederlanden, Großbritannien, Russland und Polen befragt. Die Befragten sollten Krankheitsanzeichen aus einer Liste auswählen, die ihrer Ansicht nach typisch für Herzinfarkt oder Schlaganfall sind.

Ergebnis: Von sechs Herzinfarktsymptomen erkannten die Deutsche am meisten – im Schnitt 3,2 Symptome. Italiener, Polen, Spanier und Russen hingegen erkannten weniger als zwei Symptome.

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