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Kanal für die größten Schiffe der Welt

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Baku, 22. Dezember, AZERTAG 

Zwischen Pazifik und Atlantik ist eine riesige Wasserstraße geplant, die dreimal so lang werden soll wie der Panamakanal. Heute soll mit dem Bau in Nicaragua begonnen werden. Umweltschützer warnen vor fatalen Auswirkungen - auch für das größte Trinkwasserreservoir Zentralamerikas. Die Wasserstraße soll Medienberichten zufolge 278 Kilometer lang werden. Damit hätte er die dreifache Länge des Panamakanals. Die Projektleiter planen, dass der Kanal bis zu 530 Meter breit wird.

Nur fünf Jahre sollen die Bauarbeiten dauern. Dann werden Containerriesen mit einer Ladekapazität von 400.000 Tonnen durch die gigantische Wasserstraße zwischen Atlantik und Pazifik donnern. Diese Schiffe sind derzeit für eine Fahrt durch den Panamakanal zu groß.

Die Wasserstraße in Nicaragua wird von der Flussmündung des Río Punta Gorda an der Karibikküste durch den Nicaragua-See im Landesinneren bis zur Mündung des Río Brito auf der Pazifikseite führen. Zwei Schleusen sollen die Wasserstandsunterschiede ausgleichen. Die Fahrt durch den Mammut-Kanal wird etwa 30 Stunden dauern.

Neben der Wasserstraße sollen Häfen, ein internationaler Flughafen, Fabriken, eine Freihandelszone und Schnellstraßen entlang des Kanals entstehen.

Das Projekt soll mehr als 30 Milliarden Euro kosten –Medienberichten zufolge entspricht das der vierfachen jährlichen Wirtschaftsleistung Nicaraguas. Verantwortlich für das Projekt ist die HKND Group (Hong Kong Nicaragua Canal Development Investment Co.) aus Hongkong. Viele vermuten hinter dem Projekt die chinesische Regierung, deren Einfluss dadurch auf dem amerikanischen Kontinent wachsen könnte.

HKND soll den Kanal bis zu 100 Jahre lang betreiben dürfen. Der Staat Nicaragua erhält ein Aktienpaket an der Betreibergesellschaft. Das zweitärmste Land Lateinamerikas erhofft sich von dem Mega-Bauvorhaben einen wirtschaftlichen Aufschwung und Tausende neue Arbeitsplätze.

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