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Katalysator verwandelt Erdgas in Alkohol

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Baku, den 14. März (AZERTAG). Mit einem neuen Katalysator haben Forscher Erdgas in Alkohol umgewandelt - und zwar deutlich einfacher, als das bisher möglich war. Sie hoffen darauf, dass das Verfahren die Rohstoff-Industrie grundlegend verändern könnte.

Mit einem neuen Verfahren lassen sich aus Erdgas wesentlich günstiger als bisher Treibstoff oder Chemikalien herstellen. Forscher am Scripps Research Institute in Jupiter (US-Bundesstaat Florida) haben einen Katalysator gefunden, mit dem Erdgas schon bei 180 Grad Celsius statt wie bisher bei weit über 500 Grad umgewandelt werden kann.

Erdgas besteht zum größten Teil aus Methan, Ethan und Propan. Die Forscher um Roy Periana setzten Blei- und Thallium-Salze als Katalysatoren ein, mit denen sie die Gase auch bei niedrigen Temperaturen in Alkohole umwandeln konnten. Die Katalysatoren sind günstig zu produzieren, Bleisalze zum Beispiel werden auch bei der Herstellung von Streichhölzern verwendet.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens. Das Erdgas muss nicht erst in seine einzelnen Bestandteile zerlegt werden, berichten die Forscher im Fachmagazin Science. Die Forscher konnten die Gase Methan, Ethan und Propan auch als Gemisch in die entsprechenden Alkohole umwandeln - und sparen so einen Zwischenschritt bei der Weiterverarbeitung.

Anwendung in drei bis vier Jahren möglich – „Das schafft das Potential, Treibstoffe und Chemikalien zu außergewöhnlich geringen Kosten zu produzieren“, sagte Periana. Das Verfahren könnte die Rohstoff-Industrie nach Angaben des Scripps Research Institutes grundlegend verändern: Erdgas könnte im Vergleich zu Erdöl an Bedeutung für die Wirtschaft gewinnen. Die Stoffe aus dem Erdgas sind als Flüssigkeiten viel einfacher zu transportieren und zu verarbeiten.

Inwiefern das neue Verfahren in der Praxis angewendet werden wird, ist bislang aber noch unklar. Bereit für den sofortigen Einsatz in der Industrie sei es noch nicht, so Periana. Weitere Forschung sei nötig, aber wenn diese gut verlaufe, könne eine praktische Anwendung in etwa drei bis vier Jahren möglich sein. Gespräche, um die Methode zu vermarkten, seien bereits im Gange.

Die USA, in denen auch das umstrittene Fracking-Verfahren eingesetzt wird, um Erdgas zu gewinnen, gelten als wichtigster Erdgas-Förderer der Welt. Allein 2012 waren es nach einer Studie des Rohstoffkonzerns BP über 680 Milliarden Kubikmeter Erdgas - rund 20 Prozent der weltweit geförderten Menge. Deutschland liegt im unteren Feld der Förderstaaten, das Fracking wird emotional debattiert - und bisher noch nicht in größerem Stil eingesetzt.

 

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