GESELLSCHAFT


Kein anderes Land ist von so unterschiedlichen Naturkatastrophen bedroht wie die USA

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Baku, den 28. März (AZERTAG). Was machen Menschen, die der Natur ausgeliefert sind? Der Mensch muss sich manchmal ergeben. Wenn sich gigantische Erdplatten im Untergrund reiben, wird es irgendwann plötzlich beben. Wenn sich Luftmassen über dem Ozean zu Hurrikans aufwirbeln, beobachtet der Mensch das Unwetter. Verhindern kann er es nicht. Wenn heiße Winde und besondere Strömungen den Boden austrocknen und kein Regen fällt, hilft nur künstlich zu bewässern. Naturkatastrophen sind unvermeidlich und unberechenbar. Ihre Folgen jedoch lassen sich begrenzen.

Kein anderes Land ist der zerstörerischen Kraft so sehr ausgesetzt wie die USA. Wirbelstürme, Dürre, Blizzards, Überschwemmungen, Tornados, Wildfeuer. In Nordamerika tauchen alle Formen wetterbedingter Katastrophen auf. Das liegt an der Größe des Landes und seinen unterschiedlichen Klimazonen. Mehr und mehr heizt der Mensch die Bedrohung selbst mit an. Steigende Temperaturen und schlechtes Flächenmanagement, zunehmende Urbanisierung und eine hohe Bevölkerungsdichte an den Küsten verschlimmern die Konsequenzen der Naturgewalten.

Ihre Auswirkungen hängen nicht zuletzt von der Fähigkeit ab, mit der Katastrophe umzugehen. Es gibt Bürger, die sich aktiv vorbereiten, die sich informieren, die wissen, was zu tun ist. Es gibt andere, die die Gefahr nicht ernst nehmen oder zumindest so tun, als gäbe es sie nicht. Prävention und Vorbereitung funktioniert auf lokaler Ebene besser als in Großstädten, Notfallpläne lassen sich in einer Gemeinde schneller umsetzen als auf Bundesebene.

Eliza Hay aus San Francisco sagt, sie habe keine Angst vor einem Erdbeben. Wissenschaftler sprächen schon so lange davon, bisher sei nichts passiert. Das bisschen Wackeln ab und zu, wenn die Küstenstadt ein winziges Beben spürt, gehöre schon fast dazu.

Seismologen und Forscher prognostizieren ein Jahrhundertbeben vor der Küste Kaliforniens, sie nennen es The Big One und sagen, es sei längst überfällig und werde verheerend für den Bundesstaat sein. Die Chance für ein schweres Beben mit einer Stärke von 6,7 oder mehr innerhalb der kommenden 30 Jahre liege bei 99,7 Prozent – berechnet anhand von seismologischen Daten, Vermessungen der Erdoberfläche und Daten der Erdbebengeologie. Es wird kommen, wann ist ungewiss.

Rader Gilleland aus der Nähe von San Antonio kann seine Rinder nicht mehr füttern, weil kaum noch Mais und Soja wachsen auf dem ausgedörrten Boden. Seit einigen Jahren ist das Land trocken. Rader pumpt Wasser aus den Grundwasserspeichern unter seiner Farm, aber selbst da gibt es nicht mehr genug. Er baue jetzt verstärkt Sesam an, sagt er, der brauche nicht so viel Feuchtigkeit.

In Texas herrscht die schlimmste Dürre seit mehr als einem halben Jahrhundert. Experten glauben, dass es nicht besser wird. Auch 2014 werden Wasserknappheit und Trockenheit zunehmen. Die Folge: Der Rinderbestand geht zurück, die Preise für Fleisch steigen im ganzen Land und die Farmer müssen umdenken.

JJ Star ist in den vergangenen Jahren sieben Mal umgezogen, weil schwere Wirbelstürme ihren Trailer zerlegt, die Wohnung und das Haus verwüstet haben. Sie will trotzdem in Marathon bleiben, einem kleinen Ort auf den Florida Keys, der Inselgruppe im Süden des Bundesstaates. Selbst wenn der Katastrophenschutz zur Evakuierung aufruft, weil wieder ein Hurrikan Kurs auf die Inseln nimmt, sie bleibt. „Ich vertraue darauf, dass mir nichts passiert“, sagt sie. Das habe bisher immer funktioniert.

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