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Kongolesischer Ex-Rebellenführer zu Kriegsverbrechen verurteilt

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Baku, den 7. März (AZERTAG). Germain Katanga ist vom Internationalen Strafgerichtshof der Beihilfe zu Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen worden. Der kongolesische Rebellenführer sei schuldig, Waffen für ein Massaker am 24. Februar 2003 in einem Dorf im Nordosten der Demokratischen Republik Kongos geliefert zu haben, sagte Richter Bruno Cotte in Den Haag.

Die Anklage wollte den früheren Kommandeur der Patriotischen Widerstandskräfte in Ituri (FRPI) wegen direkter Mittäterschaft verurteilt sehen. Laut dem Urteil spielte Katanga nach Beweislage aber lediglich durch die Lieferung von Waffen eine bedeutende Rolle zur Ermöglichung des Angriffs und ist damit der Beihilfe schuldig.

Von den Vorwürfen der Vergewaltigung, der Zwangsprostitution und des Einsatzes von Kindersoldaten sprachen ihn die Richter frei.

Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet. Es ist erst das dritte Urteil des IStGH seit Aufnahme seiner Arbeit vor mehr als einem Jahrzehnt und das erste Urteil, bei dem es um Vorwürfe der sexuellen Gewalt in Konflikten ging.

Katanga, der den Beinamen „Simba“ trägt, zeigte keine Emotionen bei der Verkündung des Urteils. Es wird erwartet, dass er gegen das Urteil Berufung einlegt.

Der 35-Jährige muss sich seit vier Jahren vor dem Gericht in Den Haag wegen seiner Rolle bei dem Massaker in dem Dorf Bogoro verantworten, das von der Volksgruppe der Hema bewohnt war. Laut der Anklage wurden dabei 200 Menschen getötet und zahlreiche Frauen vergewaltigt. Bei dem Angriff im Morgengrauen hatte die FRPI-Miliz, die sich aus den Ethnien der Lendu und Ngiti rekrutiert, das Dorf in der Region Ituri vollständig zerstört.

Eine der drei Richter, die Belgierin Christine Van den Wyngaert, kritisierte das Urteil scharf. Sie sagte, das Gericht habe die Art der Vorwürfe gegen Katanga während des Prozesses geändert und ihm damit die Möglichkeit geraubt, sich selbst zu verteidigen.

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