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Königslachse haben offenbar einen angeborenen Magnetsinn

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Baku, den 10. Februar (AZERTAG). Königslachse haben offenbar einen angeborenen Magnetsinn, mit dem sie sich auf ihren Wanderungen durch die Ozeane orientieren. Schon die jungen Fische richten sich nach der Kombination aus Intensität und Neigungswinkel des Erdmagnetfeldes. Das berichten US-Forscher um Nathan Putman von der Oregon State University in Corvallis im Fachblatt „Current Biology“.

Königslachse (Oncorhynchus tshawytscha), ursprünglich im Nordpazifik beheimatet, sind Wanderfische: Die Jungtiere bleiben ein bis drei Jahre im Süßwasser, bevor sie in die Meere schwimmen. Mit vier bis sechs Jahren werden sie geschlechtsreif und wandern zurück in ihre Heimatfließgewässer.

Bislang wusste man zwar, dass Königslachse einen Magnetsinn haben, vermutete aber, dass sie ihn möglicherweise erst auf ihrer Reise von den Flüssen ins offene Meer verinnerlichten.

Die Wissenschaftler wiesen die „ererbte magnetische Karte“, wie sie die Fähigkeit selbst nennen, in Forschungsbecken nach. Dort erzeugten sie durch Kupferdrähte Magnetfelder mit kontrollierbarer Intensität und steuerbarem Neigungswinkel. Deren Auswirkungen prüften sie an mehr als 1000 Junglachsen.

„Wenn die Fische ein Magnetfeld spüren, das sich nördlich oder südlich ihrer typischen Wanderroute befindet, dann ändern sie ihre Schwimmrichtung, um wieder auf Kurs zu kommen“, erklärt Putman. Bemerkenswert sei, dass die Lachse das Zuchtbecken nie verlassen hätten. „So wissen wir, dass ihre Reaktionen nicht erlernt waren oder auf Erfahrung basierten, sondern eher ererbt waren“, betont der Meeresbiologe. „Diese Fische sind programmiert, zu wissen, was sie tun, bevor sie das offene Meer erreichen.“

Die Forscher staunten darüber, wie sensibel die Lachse reagierten. „Wirklich überraschend ist die Tatsache, dass diese Fische einem Magnetfeld ausgesetzt waren, das gerade einmal acht Minuten dauerte“, sagt Putman. Zudem sei es so schwach gewesen, dass nicht einmal eine Kompassnadel darauf reagierte.

Von Menschen erzeugte magnetische Einflüsse, denen Lachse in freier Wildbahn begegneten, seien wesentlich stärker und könnten die Fähigkeit, sich am Magnetfeld zu orientieren, beeinträchtigen.

Der Biologe vermutet, dass der Magnetsinn nicht das einzige Mittel der Lachse zur Orientierung ist: Dazu könnten möglicherweise auch die Sonne oder der Geruchssinn beitragen. Ein ähnliches Navigationssystem wurde zuvor auch bei Meeresschildkröten nachgewiesen. Die Forscher glauben, dass auch andere Meeresbewohner über diese Fähigkeit verfügen.

 

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