WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Kosmische Erdnuss fasziniert Astronomen

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Baku, den 13. März (AZERTAG). Es ist ein ungleiches Duo, das Forscher jetzt beobachtet haben. Ein gigantischer Stern, der eine Million Mal heller strahlt als unsere Sonne, wird von einem deutlich kleineren Partner eng umkreist. Und doch könnte der Winzling das Schicksal des Riesen beeinflussen.

12.000 Lichtjahre von der Erde entfernt haben Astronomen ein besonders seltsames Sternpaar aufgespürt. Das Objekt im Sternbild Zentaur besteht aus einer gigantischen Sonne, die von einem kleineren Stern gleichsam auf Tuchfühlung umkreist wird, wie die Europäische Südsternwarte (Eso) mitteilte.

Beim Hauptstern handelt es sich demnach um einen der größten bisher bekannten Sterne überhaupt - er weist den 1300fachen Durchmesser unserer Sonne auf und strahlt etwa ein Million Mal heller als unser Zentralgestirn. Solche sogenannten gelben Hyperriesensterne sind extrem selten, in unserer Milchstraße sind bisher nur rund ein Dutzend bekannt.

Für ihre in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlichten Beobachtungen nutzten der Forscher das Very Large Telescope Interferometer (VLTI) der Eso in Chile. Olivier Chesneau vom Observatoire de la Côte d'Azur im französischen Nizza und sein Team fanden dabei heraus, dass der gelbe Hyperriesenstern mit der Bezeichnung HR 5171 A noch viel größer ist als bislang vermutet.

„So nah beieinander, dass sie sich berühren“ - „Die neuen Beobachtungen haben auch gezeigt, dass dieser Stern einen sehr nahen Doppelsternpartner hat, was eine ziemliche Überraschung war“, erklärte Chesneau. „Die beiden Sterne stehen so nah beieinander, dass sie sich berühren, so dass das gesamte System einer riesigen Erdnuss ähnelt.“

Der Vergleich mit früheren Beobachtungen, die sich über 60 Jahre erstreckten, weist laut Eso auf rapide Veränderungen bei dem Sterngiganten hin. So stellte sich heraus, dass HR 5171 A in den vergangenen vier Jahrzehnten immer größer wurde. Seine rasante Entwicklung wurde nun gleichsam in Aktion eingefangen. Nur einige wenige Sterne können in der kurzen Phase beobachtet werden, in der sie dramatische Temperaturveränderungen während ihrer schnellen Entwicklung durchmachen.

„Der Begleitstern, den wir gefunden haben, ist sehr wichtig, da er das Schicksal von HR 5171 A beeinflussen kann“, unterstrich Chesneau. So könne der kleinere Partnerstern zum Beispiel die äußere Schicht des gelben Hyperriesen abziehen und damit dessen weitere Entwicklung ändern.

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