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Lake Amadeus ist weitgehend unberührt

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Baku, 5. September, AZERTAC

Was macht man mit 600 Millionen Tonnen Salz? Gar nichts, wenn sie irgendwo im Nirgendwo liegen. Deswegen ist der Lake Amadeus weitgehend unberührt, wie dieser Blick aus dem All zeigt.

Es gibt Zeiten, da trägt der Lake Amadeus seinen Namen vollkommen zu recht. Da ist er tatsächlich ein See, bis zu 180 Kilometer lang und 30 Kilometer breit. Dann ist viel Regen gefallen im sand- und geröllbedeckten Amadeus-Becken. Flüsse fließen dann von West nach Ost durch das Gebiet im australischen Northern Territory und verbinden eine ganze Kette ähnlicher Salzseen. Letzten Endes landet das Wasser im Finke River, der in diesem Tagen vom Rinnsal zum reißenden Fluss anschwillt.

Es gibt aber auch Zeiten, da ist es beinahe komisch, von einem See zu sprechen. Da ist der Lake Amadeus vor allem eines: eine Ansammlung von unvorstellbar viel Salz. Insgesamt 600 Millionen Tonnen davon lagern hier. Wie in gigantischen Siedepfannen entsteht bei jeder Überflutung mehr davon. Weil die Region so weit abgelegen ist, lohnt es sich nicht, diese Vorkommen kommerziell auszubeuten.

Dieses Bild des europäischen Satelliten „Sentinel-2A“ vom Lake Amadeus stammt aus einer Art Zwischenzeit. Große Flächen des Sees sind in diesem Südwinter trocken gefallen. Die hell strahlende Salzkruste lässt sich gut erkennen. In der Mitte, in seinem tieferen Teil führt der Lake Amadeus aber noch Wasser.

Optische Täuschung auf dem Bild - Rund 50 Kilometer südlich des Sees liegt der Uluru, auch als Ayers Rock bekannt. Er ist für die lokalen Aborigines ein heiliger Berg und gehört zum Unesco-Welterbe. In der Großansicht des Satellitenbildes ist er im rechten unteren Bereich zu finden - und sieht auf den ersten Blick beinahe wie eine Vertiefung aus. Das ist jedoch nur eine optische Täuschung.

Ein ganz ähnlicher Effekt lässt sich bei einem anderen Objekt beobachten, das auf dem Bild etwas weiter nach links, also westlich, zu sehen ist. Kata Tjuta oder die Olgas heißt eine Gruppe von drei Dutzend Bergen, die wie der Uluru vor ungefähr 550 Millionen Jahren entstanden sind. Sie waren wie dieser einst Teil einer unterirdischen Gesteinsschicht, die unter dicken Sedimentpaketen im Amadeusbecken verborgen lag, dann aber durch die beständigen Kräfte der Erosion freigelegt wurden.

Die Kata Tjuta wurde im Jahr Oktober 1872 vom britisch-australischen Forscher Ernest Giles entdeckt, wenn man es so nennen möchte. Er erkundete auch den Lake Amadeus. Während das Bergmassiv an Olga von Württemberg, eine Gönnerin von Giles, erinnert, widmete er dem See dem spanischen König Amadeus, einem weiteren seiner Förderer.

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