GESELLSCHAFT


Liberianische Botschafterin Ethel Davis die Welt zur Hilfe im Kampf gegen Ebola aufgerufen

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Baku, 16. September (AZERTAG). In einem dramatischen Appell hatte auch die liberianische Botschafterin Ethel Davis die Welt zur Hilfe im Kampf gegen Ebola aufgerufen: „Ich möchte heute einen Appell richten an die Bürger dieser Welt, der Bevölkerung Liberias zu helfen. Die Menschen sterben, sie sind krank“, sagte sie am Dienstag bei einem Besuch im Medikamentenhilfswerk Action Medeor im niederrheinischen Tönisvorst. Das Land sei hilflos gegenüber Ebola und wisse nicht, wie es das gefährliche Virus eingrenzen könne. „Unser Gesundheitssystem ist im Moment überlastet.“

Die Lage in den westafrikanischen Staaten, die von der Ebola-Epidemie betroffen sind, ist außer Kontrolle. Um die weitere Verbreitung der Seuche zu stoppen, benötigen die Vereinten Nationen etwa eine Milliarde US-Dollar. Diese Summe sei nötig, um die Zahl der Infizierten auf einige Zehntausend Menschen zu begrenzen, sagte David Nabarro, Ebola-Beauftragter der Uno, am Dienstag in New York.

Die Uno warnte zudem vor einem Kollaps jener Staaten, die von der Epidemie betroffen sind. Die Krise habe alle Lebensbereiche erfasst, sagte Valerie Amos, Uno-Koordinatorin für humanitäre Hilfe. „Es handelt sich längst um viel mehr als um einen Gesundheitsnotstand.“ Zunächst müsse verhindert werden, dass die Gesundheitsversorgung in Guinea, Liberia und Sierra Leone zusammenbreche. Dies gelte auch mit Blick auf andere Krankheiten. Wichtig sei zudem die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Wasser.

Von den Kosten, die zur Bekämpfung der Epidemie benötigt werden, sei bisher ein knappes Drittel gedeckt, schätzt Nabarro. Der Ebola-Beauftragte lobte zugleich die gemeinsamen Anstrengungen einer Koalition aus Regierungen und privaten Organisationen, die am Dienstag am Sitz der Uno in Genf über Hilfen beraten hatte.

Bisher seien mehr als 1300 Menschen in Liberia an Ebola gestorben, davon 82 aus dem medizinischen Bereich. In einem Land, in dem ein Arzt auf 100.000 Menschen komme, sei das eine sehr verzweifelte Lage. Ebola weite sich dramatisch aus. Im nächsten Monat würden wohl weitere 3000 Menschen sterben.

US-Präsident Barack Obama hatte angekündigt, rund 3000 Soldaten nach Westafrika zu schicken. Die Einsatzkräfte sollen in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden 17 Kliniken mit je 100 Betten für Ebola-Patienten in Liberia, Guinea und Sierra Leone bauen, hieß es in der Nacht zum Dienstag aus Regierungskreisen in Washington.

Obama hatte am Dienstag einen Termin bei der Seuchenkontrollbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) in Atlanta, um sich dort mit Experten zu treffen und die Maßnahmen der US-Regierung offiziell bekannt zu geben. Er bezeichnete die Epidemie bereits als Bedrohung der nationalen Sicherheit.

Die USA wollen neben dem Aufbau von Kliniken in den kommenden sechs Monaten pro Woche bis zu 500 Pflegekräfte im Umgang mit Ebola schulen sowie Medikamente und Desinfektionsmittel an Hunderttausende Haushalte verteilen. In der liberianischen Hauptstadt Monrovia solle eine Kommandozentrale errichtet werden.

Die Ankündigung erfolgte, nachdem die USA bereits 175 Millionen Dollar (135 Millionen Euro) für Hilfsmittel im Kampf gegen Ebola zugesagt und mehr als hundert Experten der CDC nach Westafrika geschickt hatten. Obama hofft auf die Freigabe weiterer 88 Millionen Dollar durch den Kongress, der sich am Dienstag in der Frage beraten wollte. Das Verteidigungsministerium plant zudem, rund 500 Millionen Dollar in seinem Etat umzuschichten, um den Einsatz zu finanzieren.

Ziel sei es, die Ausbreitung des Erregers in Afrika einzudämmen, sagten Regierungsbeamte. Die Auswirkungen auf das allgemeine Sozial- und Gesundheitswesen sowie auf die Wirtschaft sollen möglichst abgemildert werden. Die USA verstünden sich dabei als Teil einer internationalen Reaktion auf die Krise. Sie wollen andere Nationen zu ebenso ausgeprägten Hilfsleistungen veranlassen.

Unterdessen steigt die Zahl der Opfer in Westafrika weiter: Fast 5000 Menschen haben sich der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge mit dem Virus infiziert, fast die Hälfte davon ist gestorben. Die WHO warnte vor einem weiteren dramatischen Anstieg, sollte die Hilfe nicht schneller anlaufen.

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