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Löwen sind in Afrika dramatisch weniger geworden

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Baku, 27. Oktober, AZERTAC

Löwen sind in Afrika dramatisch weniger geworden. In einigen Regionen sind sie einer Studie zufolge sogar vom Aussterben bedroht. Lediglich in Schutzgebieten auf dem südlichen Kontinent steigt die Zahl der Tiere, wie eine internationale Forschergruppe um Hans Bauer von der Universität Oxford im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ berichtet.

Die Forscher verglichen Studien aus 47 verschiedenen Regionen Afrikas aus den vergangenen 25 Jahren. Die Auswertung ergab klare regionale Unterschiede. Besonders kritisch ist die Entwicklung in West- und Zentralafrika. Diese Region werde vermutlich innerhalb der nächsten 20 Jahre die Hälfte ihrer Löwen verlieren, schreiben die Forscher.

Auch in Ostafrika nehmen die Populationen deutlich ab. Viele Löwenbestände sind in diesen Regionen bereits verschwunden oder werden bald verschwinden, heißt es in der Studie.

Lediglich in vier Ländern im Süden Afrikas nehme die Zahl der Großkatzen zu: in Botswana, Namibia, Südafrika und Simbabwe. In all diesen Ländern leben Löwen in eingezäunten Schutzgebieten. Das deute darauf hin, dass gut finanzierte und organisierte Reservate eine wichtige Rolle bei der Rettung der Löwen spielen können.

Verlust der Lebensräume - Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gilt der Löwe derzeit als gefährdet. Angesichts der neuen Daten schlagen Bauer und seine Kollegen vor, diese Einstufung zu verschärfen. Die Bestände seien in West- und Zentralafrika vom Aussterben bedroht und in Ostafrika bedroht.

Das rasante Verschwinden der Großkatzen in großen Teilen Afrikas deute auf eine deutliche ökologische Verschiebung, bei der Löwen nicht länger die Schlüsselrolle des obersten Räubers spielen.

„Die Forscher bestätigen die Sicht des WWF, dass Löwenpopulationen in Afrika dramatisch im Rückgang sind“, sagt Brit Reichelt-Zolho, Afrika-Referentin beim WWF Deutschland. „Löwen leiden stark unter dem zunehmenden Verlust ihrer Lebensräume durch den Menschen.“

Zudem setzen den Populationen Konflikte mit Siedlern und Bauern zu - und außerdem ein Rückgang der Beutetiere durch menschliche Jagd sowie der Handel mit Körperteilen von Löwen für angeblich medizinische Zwecke.

„Zur Lösung dieser Probleme will der WWF einerseits die Beutetiere des Löwen schützen, andererseits existierende Schutzgebiete mithilfe von Wildtierkorridoren untereinander verbinden“, sagt Reichelt-Zolho. „Im südlichen Afrika setzen wir auch auf Tourismus, der die lokale Bevölkerung einbindet.“

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