GESELLSCHAFT


Maßgebliche Ursache der Erderwärmung

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Baku, den 27. August (AZERTAG). Die derzeit vorhandenen Kraftwerke werden in den kommenden 40 Jahren voraussichtlich mehr als 300 Milliarden Tonnen Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Das haben US-Forscher berechnet. Bei einer Betriebsdauer von 50 Jahren wären es sogar 439 Milliarden Tonnen des Treibhausgases. In die Kalkulation seien die nach 2012 errichteten Kraftwerke sogar noch gar nicht eingerechnet, betonen Steven Davis von der University of California in Irvine und Robert Socolow von der Princeton University im US-Bundesstaat New Jersey im Fachjournal „Environmental Research Letters“.

„Wir sind weit davon entfernt, das Problem des Klimawandels zu lösen und investieren massiv in Technologien, die das Problem verschlimmern“, wird Davis in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. „Weltweit haben wir im letzten Jahrzehnt mehr Kohlekraftwerke gebaut als in irgendeinem früheren Jahrzehnt, und die Schließung älterer Anlagen hält mit dieser Expansion nicht Schritt.“

Die beiden Forscher entwickelten ein Verfahren, mit dem sie künftige Emissionen abschätzen können. Wenn Kraftwerke, die aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl oder Gas Strom erzeugen, durchschnittlich 40 Jahre laufen, erzeugen sie demnach in Zukunft 307 Milliarden Tonnen CO2. Die Emissionen solcher Anlagen steigen den Forschern zufolge um etwa vier Prozent jährlich. Die Kraftwerke, die mit fossilen Brennstoffe arbeiten, stoßen große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid aus, das maßgeblich Ursache der Erderwärmung ist.

Bei der Stromerzeugung gehen demnach zwei Drittel des ausgestoßenen CO2 auf das Konto des Energieträgers Kohle, der Rest verteilt sich auf Erdgas und Erdöl. Die EU und die USA haben in den vergangenen Jahren weniger Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen gebaut und sind mit ihren derzeit laufenden Kraftwerken für neun und elf Prozent der Emissionen verantwortlich. Dagegen entfallen 42 und acht Prozent des Ausstoßes auf China und Indien, kalkulierten die Wissenschaftler.

Die Forscher wendeten ihr Modell bisher nur auf den Energiesektor an, auf den 2011 weltweit etwa 40 Prozent der genutzten fossilen Brennstoffe entfielen. Grundsätzlich sei die Methode aber auch auf Bereiche wie den Verkehr oder den Bau von Gebäuden und Infrastruktur übertragbar. 

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