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Malaysia leidet unter einem neuen Malaria-Erreger

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Baku, 4. November, AZERTAG

In Malaysia macht sich Medienberichten zufolge ein gefährlicher Malaria-Erreger breit, der lange nur unter Affen grassierte. Zwei Drittel der Patienten, die in dem südostasiatischen Land wegen Malaria im Krankenhaus behandelt werden, seien mit dem Erreger Plasmodium knowlesi infiziert, berichteten Forscher bei der Tagung der US-Gesellschaft für Tropenmedizin und Hygiene in New Orleans.

Der Parasit sei dort dreimal so häufig Auslöser besonders schlimmer Malaria als der gefährlichste bekannte und bei Menschen auftretende Malaria-Erreger P. falciparum.

Die Forscher um Balbir Singh, Direktor des Malaria-Forschungszentrums an der Universität von Malaysia in Sarawak, machen die Abholzungen dafür verantwortlich. Hauptwirt seien die Makakenarten Javaneraffe und Schweinsaffe, die früher tief im Dschungel lebten.

Mit der massiven Entwaldung, etwa zur Anlage von Palmölplantagen, seien Menschen in ihren Lebensraum vorgedrungen. Mücken, die Malaria-Erreger übertragen, können in Reichweite dort sowohl Makaken als auch Menschen stechen.

Bei Makaken verursacht der Parasit nur milde Symptome. Bei Menschen sei er aber der sich am schnellsten im Blut vermehrende Malaria-Parasit, berichtete Singh. 2000 Menschen brauchten in Malaysia nach einer P.-knowlesi-Infektion jedes Jahr ärztliche Hilfe. Malaria verursacht grippeähnliche Symptome mit schweren Fieberschüben und kann die Organe schädigen.

Nach Angaben von Singh wurden die Patienten von Mücken gestochen, die vorher einen infizierten Makaken gestochen hatten. „Wenn die Zahl der Fälle weiter steigt, wird aber auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich“, warnt Singh. Mücken könnten dann die Parasiten mit ihren Stichen von einem Menschen zu einem anderen übertragen.

„Es könnte sogar schon passiert sein, was die Ausbreitung von P. knowlesi in Südostasien beschleunigen würde.“ Eine Ausbreitung über die Region hinaus sei aber unwahrscheinlich, weil es dort keine Mücken gebe, die den Parasiten übertragen können.

Beim Jahrestreffen der US-Gesellschaft für Tropenmedizin kündigte die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates an, 500 Millionen Dollar (knapp 400 Millionen Euro) für den Kampf gegen gefährliche Infektionskrankheiten in den Entwicklungsländern zu spenden. Seine Stiftung wolle damit vor allem gegen „Malaria, Lungenentzündung, Durchfallerkrankungen“ und weitere Infektionen kämpfen, erklärte Gates.

Bereits im September hatte die Gates-Stiftung 50 Millionen Dollar für den Kampf gegen Ebola in Westafrika zur Verfügung gestellt. Die Ebola-Epidemie sei ein „kritischer Moment“ in der Geschichte der globalen Gesundheit, erklärte Gates. Sie habe gezeigt, dass es umso wichtiger sei, mit „stärkeren Anstrengungen“ Bedrohungen durch gefährliche Krankheiten wie Malaria und dem Denguefieber einen Schritt voraus zu sein.

Gates bezeichnete vor allem die zunehmende Resistenz gegen Malaria-Medikamente in Südostasien als Problem. Ein Teil seiner Gelder geht demnach in die Forschung an einem besseren Impfstoff.

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