GESELLSCHAFT


Männer waschen sich seltener ‎die Hände als Frauen

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Baku, 15. Oktober, AZERTAC

Wer vorsichtshalber aufs Händeschütteln verzichtet, liegt zumindest aus hygienischen Gründen gar nicht so falsch. Denn das gründliche Reinigen ist nicht jedermanns Sache. Zum Welttag des Händewaschens am 15. Oktober geben Experten Tipps, wie man es richtig macht.

Experten empfehlen, nicht erst zur Seife zu greifen, wenn die Hände sichtbar schmutzig sind. Ganz ‎klar sollte man nach dem Toilettengang, vor dem Kochen und Essen, nach dem Naseputzen, Husten ‎oder Niesen die Hände waschen. Ratsam sei es zudem, die Hände zu reinigen, wenn man nach Hause kommt. Sonst verteilt man auch alle Keime, die man so in den Straßen oder von der Rolltreppe ‎aufgesammelt hat, in der eigenen Wohnung und der Küche. Das ist nicht sehr appetitlich.

Viele Menschen beachten nicht, dass situationsbezogenes Händewaschen im Alltag ‎ein ‎wichtiger Schutz vor Infektionen ist‎. Gründliches Händewaschen ‎unterbreche die Infektionskette von Grippeviren oder Erregern von ‎Magen-Darm-Infekten über ‎die eigenen Hände.‎

Noch immer halten sich viele Menschen beim Niesen die Hand vor Mund und Nase. Dabei wird mittlerweile empfohlen, in die Armbeuge zu niesen. Warum wird davon abgeraten, in die Hand zu niesen? Werden beispielsweise Türgriffe ‎anschließend berührt oder Gegenstände gemeinsam genutzt, können die Keime über die Hände ‎an andere weiter gegeben ‎werden. ‎

Insbesondere Männer waschen sich seltener ‎die Hände als Frauen, so die Ergebnisse einer Umfrage. Männer greifen beispielsweise seltener zu Wasser und Seife, wenn sie von draußen nach Hause kommen oder ‎nach dem Naseputzen.‎

Das gründliche Händewaschen dauert länger, als viele meinen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ‎empfiehlt, das Lied „Happy Birthday“ zweimal nacheinander zu singen. Das kann etwa 20 Sekunden dauern.

Es ist nicht sehr effektiv, die Hände beim Waschen nur zusammenzupatschen, wie es Kinder gern tun. Wichtig sei es, auch die Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume und vor allem die Daumen einzuseifen, denn dort sammelten sich Keime.

Hygienischer ist der Seifenspender. Auch auf einem Seifenstück können sich Keime sammeln, erklären Hygiene-Fachärzte. Bei einem Seifenspender könne man sich auch in öffentlichen Waschräumen ‎darauf verlassen, dass die herausgepumpte Flüssigseife unberührt sei. Hier kann die Seife nur raus ‎und nicht wieder rein in die Flasche.

Für den Hausgebrauch reicht ganz normale, hautschonende Seife. Antibakterielle Zusätze braucht ‎man definitiv nicht, auch wenn die Werbung etwas anderes suggeriert. In ‎Krankenhäusern nutze das Personal hingegen Desinfektionsmittel, weil die Handhygiene dort viel ‎häufiger nötig sei als zu Hause. Mit Desinfektionsmitteln ließen sich die Keime schneller und effizienter ‎als mit Seife beseitigen. Außerdem würden 80 bis 100 Handwäschen mit Seife täglich viel Zeit ‎beanspruchen und die Haut zu sehr austrocknen.

Ob warm oder kalt – beim Händewaschen ist die Wassertemperatur nicht so wichtig. In warmem ‎Wasser lösen sich Fett und Schmutz zwar etwas leichter. Aber wenn man sich die Hände richtig wäscht, ‎ist es egal, ob die Seife mit warmem oder kaltem Wasser abgespült wird, sagen Experten. ‎

Wenn sich Menschen sehr oft und ausgiebig die Hände waschen und pro Tag etwa eine Stunde ‎oder mehr damit verbringen, kann ein Waschzwang vorliegen. Mit diesem Verhalten versuchen die ‎Betroffenen, Ängste – etwa vor Krankheiten – zu kontrollieren. Genetische Faktoren, schwierige ‎lebensgeschichtliche Ereignisse und ungünstige Lernprozesse können eine Rolle spielen. Mit einer Verhaltenstherapie oder auch ‎Medikamenten könne eine solche Zwangsstörung erfolgreich behandelt werden.

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