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Massenweise Amphibien auf der ganzen Welt

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Baku, den 11. Juli (AZERTAG). Ein heimtückischer Pilz befällt seit Jahren massenweise Amphibien auf der ganzen Welt. Mehrere Arten hat er bereits ausgerottet. Forscher machen nun Hoffnung: Einige Frösche und Kröten entwickeln eine Immunität gegen den Angreifer.

Krankheitserregende Pilze bedrohen viele Tiergruppen, darunter Fledermäuse, Bienen, Korallen und Schlangen. Für Aufsehen sorgte in den vergangenen Jahren der Chydridpilz, der Amphibien wie etwa Frösche weltweit - vor allem aber in Amerika und Australien - dahinrafft. Der aus Afrika stammende Hautpilz schwächt unter anderem das Immunsystem seiner Wirte und verändert ihren Wasser- und Elektrolythaushalt.

Seit zwei Jahrzehnten sterben daher überall auf der Welt massenhaft Amphibien. Reihenweise erliegen Frösche, Kröten und Molche dem hinterhältigen Pilz. Batrachochytrium dendrobatidis, kurz Chytridpilz, greift die Hornsubstanz Keratin der Haut an und verstopft die Poren. Die befallenen Tiere ersticken - weil Amphibien auch über die Haut atmen. Jetzt macht eine Studie Hoffnung: Wie US-Biologen im Fachmagazin „Nature“ berichten, entwickeln zumindest manche Frösche und Kröten eine Immunität gegen den Chytridpilz.

Anti-Pilz-Training - Die Forscher um Taegan McMahon und Jason Rohr von der University of South Florida in Tampa hatten Eichenkröten (Bufo quercicus) in Kontakt mit dem Pilz gebracht. Später setzten sie die Tiere in ein Terrarium mit zwei Kammern, von denen in einer das Substrat pilzfrei war, in der anderen nicht. Jene Tiere, die zuvor ein- bis zweimal mit dem Erreger infiziert waren, bevorzugten in zwei Dritteln der Tests die pilzfreie Kammer - im Gegensatz zu jenen Kröten, die den Pilz noch nicht kannten. Die zuvor infizierten Tiere mieden also den Erreger.

In einer zweiten Versuchsreihe prüften die Wissenschaftler an Kuba-Laubfröschen (Osteopilus septentrionalis), ob der Kontakt zu dem Pilz Immunität anregen kann. Dazu infizierten sie die Tiere mehrmals mit dem Pilz und reinigten sie anschließend wieder. Tatsächlich sank mit der Häufigkeit der Infektionen die Erregerlast auf der Haut der Frösche, vom ersten bis zum dritten Kontakt im Mittel um 75 Prozent. Untersuchungen zeigten, dass mit der Kontakthäufigkeit unter anderem die Zahl der Lymphozyten in der Milz zunahm. Im letzten Versuch zeigten die Forscher, dass auch Kontakt zu totem Pilzmaterial die Immunität anregt.

Bedrohte Arten erhalten - Die Hoffnung der Forscher. Sie wollen Amphibien in Gefangenschaft an den Erreger gewöhnen und dann wieder in ihrer Heimat ansiedeln. Dies könnte zum Erhalt bedrohter Arten beitragen. Angesichts der Gefährdung durch den Erreger haben Tierschützer Tiere Hunderter bedrohter Arten gesammelt, die sie nun in Gefangenschaft halten. „Resistenzen in diesen in Gefangenschaft lebenden Amphibien anzuregen, könnte ihre erfolgreiche Wiederansiedlung ermöglichen“, schreiben die Wissenschaftler. Schon eine geringere Anfälligkeit einzelner Tiere könnte die Ausbreitung des Pilzes in Populationen entscheidend bremsen.

Noch sind die Forscher vorsichtig optimistisch. Der Erfolg der Methode hänge von vielen Faktoren ab - etwa wie viele Arten Resistenzen entwickeln können und ob dies auch die Larven betrifft. Dennoch: „Die hier vorgestellten Resultate lassen hoffen, dass andere wilde Tiergruppen - wie Fledermäuse, Bienen und Schlangen - ebenfalls Resistenzen erwerben und durch immunitätsbasierte Eingriffe gerettet werden könnten.“

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