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Meereis der Antarktis widersetzt sich dem Klimawandel

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Baku, 20. Oktober, AZERTAC

Das Meereis der Antarktis widersetzt sich dem Klimawandel, es breitet sich immer weiter aus. Doch seit Juli stoppt ein heftiger Wärmeschub die Bildung der Schollen. Was geht vor?

Die Eisschollen vor der Antarktis erstaunen Wissenschaftler seit Jahren: Das Meereis nimmt zu - trotz Klimaerwärmung. Veränderte Meeresströme scheinen verantwortlich. Doch jetzt die Überraschung: Dieses Jahr ist die Schollenbedeckung vor der Antarktis im Vergleich zu den Vorjahren geschrumpft.

Ursache ist der Nasa zufolge der Klima-Rowdy El Niño, eine pazifische Wetterschaukel, die alle paar Jahre hin- und herschwingt und dabei die Witterung auf dem halben Globus gravierend ändern kann. Im Zuge von El Niño gelangen gelegentlich mildere Luft und wärmeres Wasser nach Süden, was die Bildung von Eisschollen unterbindet.

Das Meereis reicht vielerorts Hunderte Meter tief, so dass es weitenteils auch im Sommer das Meer vor der Antarktis bedeckt. Ende September aber oder Anfang Oktober, zum Ende des Winters auf der Südhalbkugel, erreicht das Meereis vor der Antarktis seine größte jährliche Ausdehnung. Doch dieses Jahr steht in der Rangliste nur auf einem mittleren Platz.

Bis Mitte Juli schien es, als wäre das Meereis abermals auf Rekordkurs. Doch dann froren überraschend kaum weitere Schollen - El Niño war aufgezogen und entfaltete seine Wirkung. Knapp 19 Millionen Quadratkilometer bedeckten die Eisschollen rund um den Südkontinent zum Jahreshöhepunkt.

Das ist zwar immer noch mehr als im langjährigen Durchschnitt - aber gut eine Million Quadratkilometer weniger als im Rekordjahr 2014.

Gegenteilig läuft die Entwicklung auf der anderen Seite der Erde. Am Nordpol kühlt kein Schneekontinent die Umwelt, ein Ozean bedeckt die Arktis. Dort schrumpft das Meereis rapide. Die zehn Jahre mit geringster Ausdehnung seit Beginn der systematischen Messungen 1979 wurden sämtlich seit 2005 registriert.

In der Arktis sind die Schollen um zwei bis drei Millionen Quadratkilometer geschrumpft. Der Verlust in der Fläche übertrifft den Zuwachs im Süden mithin um mehr als das Doppelte, jedenfalls in der Fläche.

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