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Mehr als 50 Millionen Menschen auf der Flucht

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Baku, den 20. Juni (AZERTAG). Die Zahl der Flüchtlinge weltweit hat nach Angaben der Vereinten Nationen den höchsten Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges erreicht. Zum Jahresende 2013 waren mehr als 51 Millionen Männer, Frauen und Kinder vor Gewalt und Unterdrückung auf der Flucht, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR zum Weltflüchtlingstag am Freitag in Genf mit. Ende 2012 waren rund 45 Millionen Flüchtlinge erfasst worden.

Hauptgründe für den Anstieg der Zahl sind laut dem UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres, viele langanhaltende Konflikte wie in Syrien und in Afghanistan. „Es herrscht ein gefährlicher Mangel an Frieden“, warnte Guterres. Die Menschen auf der Flucht müssten den Preis dafür zahlen, dass bewaffnete Konflikte entstehen und lange nicht beendet werden. Die Weltgemeinschaft müsse enger zusammenarbeiten, um den Frieden zu fördern.

Das UNHCR erklärte, dass von den mehr als 51 Millionen Geflohenen mehr als 33 Millionen Männer, Frauen und Kinder auf der Flucht im eigenen Land seien. Damit habe die Zahl der Binnenflüchtlinge den höchsten Stand seit Beginn der statistischen Erfassung im Jahr 1989 erreicht.

Innerhalb Syriens waren laut UNHCR Ende 2013 6,5 Millionen Menschen Flüchtlinge im eigenen Land, mehr als irgendwo sonst auf der Welt. Es folgen Kolumbien (5,4 Millionen) und die Demokratische Republik Kongo (knapp drei Millionen).

Die Zahl der Flüchtlinge, die im Ausland Schutz vor Gewalt und Verfolgung suchten, lag laut dem Hilfswerk Ende 2013 bei knapp 17 Millionen Menschen.

Die Ursprungsländer der größten Flüchtlingsgruppen waren Ende 2013: Afghanistan (2,6 Millionen), Syrien (2,5 Millionen) und Somalia (1,1 Millionen). Pakistan war den Angaben nach das größte Aufnahmeland mit 1,6 Millionen Flüchtlingen. Die größten Lasten gemessen an den Bevölkerungszahlen trägt aber ein Nachbarland Syriens: Im Libanon war nahezu jeder fünfte Einwohner ein UNHCR-registrierter Flüchtling. Auf 1.000 Einwohner kamen 178 Schutzsuchende.

Als dritte Gruppe der Menschen auf der Flucht führt das UNHCR die Asylbewerber an. Im Jahr 2013 baten 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder in anderen Ländern um Asyl. Darunter waren mehr als 25.000 Kinder, die getrennt von ihren Eltern in einem fremden Land Schutz suchten.

Wie der UNHCR weiter mitteilte, kehrten im vergangenen Jahr 414.600 Flüchtlinge in ihr Heimatland zurück – das sei die viertniedrigste Zahl innerhalb von 25 Jahren. Rund 98.400 Flüchtlinge seien in 21 Drittstaaten wiederangesiedelt worden.

Alleine in der Türkei halten sich nach Angaben des stellvertretenden Ministerpräsidenten Besir Atalay mehr als eine Million syrische Flüchtlinge auf. Nur rund ein Fünftel der Flüchtlinge sind laut Atalay in einem der 22 Auffanglager untergebracht. Die meisten anderen suchen in den großen Städten des Landes wie Istanbul Unterschlupf.

Auch im Irak haben die bewaffneten Auseinandersetzungen der jüngsten Zeit eine große Flüchtlingswelle ausgelöst.

Hier sei erwähnt, dass seit nunmehr 24 Jahren beinahe ein Fünftel des aserbaidschanischen Staatsgebiets von armenischen Soldaten besetzt gehalten wird. Und infolge dieser Annexionspolitik Armeniens gegen Aserbaidschan wurden aus der Region Bergkarabach und angrenzenden sieben Bezirken Aserbaidschans mehr als eine Mio. Bürger von Aserbaidschan aus ihren ständigen Wohnorten vertrieben wurden. 

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