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Mehrere Tote bei Anschlag auf französische Schule in Kabul

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Baku. 11. Dezember, AZERTAG

Ein Selbstmordattentäter hat bei einer Schulveranstaltung in der afghanischen Hauptstadt Kabul mindestens einen Menschen mit in den Tod gerissen und 20 weitere verletzt. Das französische Außenministerium meldete, bei der Attacke seien mehrere Menschen getötet worden. Einige der überwiegend afghanischen Verletzten schwebten zunächst in Lebensgefahr, wie der örtliche Polizeichef Abdul Rahman Rahimi sagte. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Das afghanische Innenministerium teilte mit, bei einem Toten handele es sich um einen Deutschen. Polizeichef Rahimi bestätigte, dass ein deutscher Mann ums Leben gekommen sei.

Ein 15 oder 16 Jahre alter Jugendlicher habe sich in der Schulaula in die Luft gesprengt, sagte Polizeichef Rahimi. „Er hatte sich unter die Zuschauer einer Theateraufführung gemischt.“ Den Sprengstoff hatte er demnach in seiner Unterwäsche versteckt. In dem Gebäude befindet sich das französische Kulturzentrum, zum Zeitpunkt des Anschlags wurde dort ein Theaterstück mit dem Titel "Herzschlag und Stille nach der Explosion“ aufgeführt - es richtet sich gegen Selbstmordanschläge.

Die Schule gehört zu den angesehensten des Landes und befindet sich im Zentrum von Kabul, nicht weit von Präsidentenpalast und Außenministerium entfernt. Auf dem Areal befindet sich auch eine Istiklal-Oberschule, eine von Frankreich finanzierten Einrichtung, in der seit Jahrzehnten afghanische Kinder unterrichtet werden.

Frankreichs Staatspräsident François Hollande bezeichnete den Anschlag als abscheulich. Indem die Terroristen diesen Ort des Dialogs zur Zielscheibe nähmen, hätten sie Kultur und Kreativität im Visier, hieß es in einer Erklärung des Élysée-Palastes. Der französische Außenminister Laurent Fabius verurteilte den Terrorakt als „barbarische Tat“. In Kabul arbeite die französische Botschaft mit den Afghanen zusammen, um den Verletzten zu helfen. In Kabul und Paris seien zudem Krisenstäbe gebildet worden.

Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Attacke: „Der Anschlag ist besonders perfide, weil er in einem Kulturinstitut erfolgte, wo Afghanen und Helfer der internationalen Gemeinschaft zu freundschaftlichem Austausch zusammen kommen“, sagte er. Der Angriff richte sich gegen eben jene Menschen, „die das Land beim Aufbau einer besseren Zukunft unterstützen“.

In der afghanischen Hauptstadt kommt es immer wieder zu Terroranschlägen: Erst am Morgen hatte sich in der Nähe ein Selbstmordattentäter der islamistischen Taliban in die Luft gesprengt und mindestens sechs afghanische Soldaten getötet. Ein Sprecher der Taliban übernahm in einer Erklärung die Verantwortung für den Angriff.

Die Angriffe ereigneten sich rund zwei Wochen vor dem Ende des Nato-geführten Kampfeinsatzes in Afghanistan. Die Sicherheitslage in Afghanistan hatte sich zuletzt wieder verschlechtert, vor allem in der Hauptstadt Kabul. Zuletzt waren bei einer Attacke auf ein Fahrzeug der britischen Botschaft mindestens sechs Menschen getötet worden - darunter ein Brite.

Beobachter befürchten eine weitere Zunahme der Gewalt nach dem Abzug der letzten internationalen Kampftruppen zum Jahresende. Ab dem kommenden Jahr soll eine Nachfolgemission unter Führung der Natoeinheimische Sicherheitskräfte ausbilden und beim Kampf gegen die radikalislamischen Taliban weiter unterstützen.

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