GESELLSCHAFT


Menschen durchquerten Sahara entlang von Flüssen

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Baku, den 16.September (AZERTAG). Als der moderne Mensch von Afrika aus die Welt besiedelte, musste er durch die Sahara. Forscher glauben, dass die Landschaft damals viel freundlicher war - und die Menschen entlang einer Wasserstraße gen Norden wanderten.

Vor 100.000 Jahren zogen sich möglicherweise große Flussläufe quer durch den Norden Afrikas, wo heute die Sahara liegt. Bei seiner Wanderung aus Afrika hinaus könnte der moderne Mensch entlang dieser lebensfreundlichen Adern gezogen sein.

Forscher um Tom Coulthard von der University of Hull in Großbritannien haben jetzt Hinweise zusammengetragen, dass in der Sahara tatsächlich drei gigantische Wassersysteme aus weit verzweigten Flüssen, Lagunen und Biotopen existierten. Die Ergebnisse könnten klären helfen, auf welchen Wegen genau der Mensch nach Europa kam, heißt es in der im Fachmagazin „PLOS One“ veröffentlichten Studie. Die Wissenschaftler vermuten, dass die westlichste Route der bevorzugte Weg der Menschen auf ihrer Wanderung war.

Bislang gab es für die Vermutung, dass lange Wasserstraßen die Sahara durchzogen, eher vage Hinweise - wie den Fund von Schnecken in der Sahara. Coulthard und Kollegen haben jetzt ein Klimamodell in Bezug zu einem geografischen Abflussmodell gesetzt. Sie analysierten also, ob Flüsse und Lagunen in der Sahara vor rund 130.000 bis 100.000 Jahren klimatisch und geografisch möglich waren. Aus den Daten leiteten sie ab, wo die Systeme verliefen und wie viel Wasser sie transportierten. Demnach lag eine Wasserstraße auf dem Gebiet des heutigen Algerien, zwei weitere in Libyen.

Mildes Klima entlang der Westroute – „Selbst bei pessimistischer Abschätzung geben uns die Modellergebnisse die Sicherheit, dass es solche Flusssysteme und Wasserwege gegeben hat“, sagt Tim Brücher vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, der an der Studie beteiligt war.

Eine Wasserstraße entsprang demnach im westlichen Afrika im Ahaggar-Gebirge - allerdings sei dort nur etwa drei Monate im Jahr Wasser geflossen. Die beiden anderen hätten günstiger zum afrikanischen Monsun-Gürtel gelegen und deshalb beständiger Wasser geführt. Sie seien durch die östliche Sahara (Libyen) geflossen, ihre Quellen hätten im Tibesti-Gebirge (Tschad/Libyen) gelegen.

Die Wissenschaftler halten eine Route entlang des Irharhar am wahrscheinlichsten. Er sei direkt von Süden nach Norden geflossen und führte von einer regenreichen, milden Klimazone zur nächsten - so dass die Menschen auf diesem Weg immer Nahrung finden konnten.

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