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Methanquellen im Meeresboden

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Baku, 24. Oktober, AZERTAC 

Vor den USA strömen gewaltige Mengen Gas aus dem Meeresgrund. Ein Tauchroboter spürte 500 Quellen auf - daneben erstaunliche Lebewesen.

"Es scheint, dass die gesamte Küste vor Washington, Oregon und Kalifornien eine gigantische Methanquelle ist", sagt der Meeresforscher Robert Ballard. Er und seine Kollegen haben vor der US-Westküste 500 sprudelnde Methanquellen im Meeresboden entdeckt.

Das Team um Ballard, der durch die Entdeckung des "Titanic"-Wracks bekannt wurde, hatte den Fund im Sommer vom Forschungsschiff "Nautilus" aus mithilfe zweier ferngesteuerter Unterwasser-Rover gemacht.

2014 hatten Forscher vor der Ostküste entlang des Kontinentalsockels bereits mehr als 500 solcher Quellen entdeckt. Durch die neuen Funde habe sich die Zahl der Methanquellen entlang der Kontinentalgrenzen der USA auf etwa tausend verdoppelt, hieß es.

Wie viel des starken Treibhausgases in die Atmosphäre gelangt, ist noch unklar. "Das ist ein Gebiet, das nun reif ist, erforscht zu werden", betonte Nicole Raineault, Wissenschaftsdirektorin an Ballards renommiertem Ocean Exploration Trust.

Neben sprudelnden Gasquellen spürten die Tauchrover eine Vielzahl unterseeischer Tierarten ans Tageslicht: Meeresforscher der US-Klima- und Umweltbehörde NOAA präsentieren nun spektakuläre Bilder von tanzenden, purpurfarbenen Seegurken und knallrosa Schlammwürmern aus den Tiefen des Marianengrabens vor Guam.

Die Aufnahmen von einer NOAA-Forschungsreise im Sommer wurden ebenfalls mithilfe sogenannter Roboats (Robot Boats) gemacht.

Auch drei neue Heißwasserquellen sowie ein ganzes Feld sogenannter Schwarzer Raucher - ein Terrain mit bis zu 30 Meter hohen Schloten, aus denen Partikel-angereichertes heißes Wasser wie dunkler Rauch aufsteigt - entdeckten die NOAA-Forscher in dem bis zu elf Kilometer tiefen Graben.

Das Treibhausgas Methan hält weitaus mehr Wärme in der Luft zurück als CO2. Etwa die Hälfte des weltweiten Ausstoßes von Methan in die Atmosphäre stammt aus natürlichen Quellen, etwa aus Sümpfen oder Termitenhügeln. Menschliche Aktivitäten sorgen für die andere Hälfte des Methan-Treibhauseffekts. Beispielsweise entweichen Reisfeldern, Rindern und Erdgasbohrungen große Mengen Methan.

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