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Microsoft-Investoren verlangen Rückzug von Bill Gates

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Baku, den 2. Oktober (AZERTAG). Bill Gates unter Druck. Große Investoren fordern offenbar den Rückzug des Firmengründers von der Spitze des Microsoft-Verwaltungsrats. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge halten sie ansonsten eine Neuausrichtung des IT-Konzerns für schwer durchführbar.

Microsoft und Bill Gates sind bislang voneinander untrennbare Begriffe - doch nun wächst der Druck auf den Firmengründer, sich von der Spitze des Unternehmens zurückzuziehen. Drei große Investoren drängten darauf, dass Gates den Vorsitz des Verwaltungsrates räumt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider.

Die Investoren, die zusammen mehr als fünf Prozent an dem weltgrößten Softwarekonzern halten, fürchten demnach, eine Veränderung der Konzernstrategie sei mit Gates als Chairman des Verwaltungsrats schwer umzusetzen. Ferner hätte es der noch nicht benannte künftige Konzernchef unlängst schwerer, substantielle Änderungen vorzunehmen.

Hintergrund für den Vorstoß ist dem Bericht zufolge Gates' Rolle bei der Suche nach einem neuen Konzernlenker. Der Firmengründer gehört dem damit beauftragten Ausschuss an. Microsoft Chart zeigen selbst wollte sich zu den Informationen vorerst nicht äußern.

Microsoft im Wandel - In den meisten US-amerikanischen Aktiengesellschaften gibt es im Unterschied zum deutschen System nur ein Spitzengremium, das Board beziehungsweise den Verwaltungsrat. Während in Deutschland der Vorstand für das operative Geschäft und der Aufsichtsrat für die Kontrolle des Vorstands zuständig ist, übernimmt in diesem Fällen der amerikanische Verwaltungsrat beide Funktionen.

Bei Microsoft sind allerdings die Rollen des operativ Verantwortlichen - des Chief Executive Officers (CEO), der dem deutschen Vorstandschef entspricht - und des Chefaufsehers - dem Chairman - getrennt, seit Gates sich im Jahr 2000 aus dem Tagesgeschäft zurückzug. Seitdem ist er der oberste Aufseher, während Steve Ballmer in den vergangenen 13 Jahren als CEO die Geschäfte führte.

Microsoft hatte Ende August angekündigt, dass Ballmer innerhalb der nächsten zwölf Monate zurücktritt. Das Unternehmen steckt mitten im Umbau in einen Konzern für Elektronikgeräte und Dienstleistungen. Dieser war nötig geworden, da Microsofts vor allem durch die Dominanz im Betriebssystemmarkt für Desktop-Computer begründete Vormachtstellung durch den Wandel zu Tablets und Smartphones schwindet.

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