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Migräne

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Baku, 19. August, AZERTAC

Normale Kopfschmerzen sind harmlos im Vergleich zu dem, was Migränepatienten durchleiden. Über Stunden oder Tage hämmert der Kopf. Wichtig ist, die Auslöser der Schmerzen zu finden.

Schon Tage bevor sie beginnt, kündigt die Migräne sich bei vielen Betroffenen an. Bei einigen gehen bleierne Müdigkeit und Antriebsarmut den Kopfschmerzattacken voraus, andere erleben im Gegenteil eine Phase überschäumender Energie, sind rastlos und reizbar. Kurz bevor die Kopfschmerzen einsetzen, erleben 10 bis 15 Prozent der Migränepatienten eine sogenannte Aura: Ihnen erscheinen Zickzacklinien und Lichtphänomene vor Augen, sie nehmen ihre Umgebung wie wabernd oder flimmernd wahr. Manchen wird dabei schwindelig, sie können vorübergehend nicht richtig sprechen oder werden sogar ohnmächtig.

Dann beginnt die eigentliche Migräne: Ein pulsierender, hämmernder Schmerz, der unter der Schädeldecke tobt und stunden-, aber auch tagelang anhalten kann. Licht, Bewegung, Geräusche und sogar Gerüche werden als unangenehm oder schmerzhaft empfunden, weshalb sich Migränepatienten gerne in abgedunkelte Räume zurückziehen. Vielen wird bei einem starken Anfall übel und sie müssen sich erbrechen. In der Regel schmerzt bei der Migräne nur eine Seite des Kopfes, der Schmerz kann sich aber auch auf beide Seiten ausdehnen.

Migräne ist eine Volkskrankheit. Experten schätzen, dass Frauen öfter betroffen als Männer sind. Wie genau die Migräne entsteht, ist wissenschaftlich bisher nicht geklärt. Bekannt ist, dass bestimmte äußere Faktoren, sogenannte Trigger, einen Anfall auslösen können: Das können Zigarettenrauch, Stress, bestimmte Nahrungsmittel, das Auslassen von Mahlzeiten oder ein unregelmäßiger Schlaf-wach-Rhythmus sein.

Mediziner wissen seit Längerem, dass das Gehirn von Migränepatienten besonders stark auf Reize reagiert - die Veranlagung dazu scheint teilweise vererbbar zu sein. Eine aktuelle Theorie zur Entstehung besagt, dass durch eine Überaktivierung der Nerven das Gehirn mit Botenstoffen überschwemmt wird, wodurch es letztlich zu Entzündungsvorgängen an Blutgefäßen der Hirnhäute kommt, die den Schmerz verursachen.

Akute Anfälle können gängige rezeptfreie Schmerzmittel lindern oder spezielle Migränemittel, die sogenannten Triptanen. Wer Schmerzmittel zu oft einnimmt, riskiert jedoch einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz zu bekommen. Daher wird bei schwer betroffenen Patienten auch versucht, mit Medikamenten vorzubeugen, um die Anzahl der Migräneanfälle zu senken und ihre Heftigkeit zu lindern. Verschrieben werden dafür Mittel, mit denen ansonsten ein hoher Blutdruck oder Epilepsie behandelt werden.

Stress gilt als möglicher Auslöser - Am besten ist es, die Zahl der Migräneattacken ohne Medikamente zu senken. Patienten können zum Beispiel ein Kopfschmerz-Tagebuch führen und versuchen herauszufinden, ob es einen typischen Trigger gibt, der bei ihnen Attacken auslösen kann. Das ist aber nicht immer möglich - gleichzeitig kann ein extremes Vermeidungsverhalten im Alltag die Lebensqualität senken.

Allgemein wird empfohlen, auf einen gesunden Lebenswandel zu achten, zu regelmäßigen Zeiten zu schlafen und zu essen und Ausdauersport zu betreiben, wie zum Beispiel Walking, Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen. Verschiedene Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder autogenes Training können dabei helfen Stress abzubauen, der als möglicher Auslöser von Migräneanfällen gilt.

Bei Menschen, die unter chronischer Migräne leiden, kann es fast täglich zu Kopfschmerzen kommen. Falls die üblichen Ansätze nicht helfen, wird auch das Verfahren der Neurostimulation eingesetzt. Dabei implantieren Mediziner Elektroden unter die Haut, die dem Schmerz entgegen wirken sollen.

 

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