WELT


Milliardär und Gründer des Fosun-Imperiums Guo Guangchang ist verschwunden

A+ A

Baku, 11. Dezember, AZERTAC

Zum Imperium des chinesischen Milliardärs Guo Guangchang gehören eine deutsche Bank, ein französischer Reisekonzern und ein Wolkenkratzer in New York. Seit Donnerstag ist Guo verschwunden. Nun wurde der Aktienhandel seiner Firma gestoppt.

Das Rätselraten um den chinesischen Star-Investor Guo Guangchang hat jetzt auch Auswirkungen auf seine Beteiligungsgesellschaft Fosun. Am Freitag wurden Aktien von Fosun und seiner Pharma-Sparte in Hongkong vom Handel ausgesetzt. Das Unternehmen kündigte eine Erklärung mit weiteren Informationen an. Das chinesische Wirtschaftsmagazin "Caixin" hatte zuvor berichtet, der Milliardär sei seit Donnerstagmorgen nicht mehr zu erreichen.

Guo ist einer der reichsten Männer des Landes, sein Gesamtvermögen wird auf knapp acht Milliarden Dollar geschätzt. Die "Financial Times" bezeichnete ihn wegen seiner zahlreichen Beteiligungen als Chinas Warren Buffett.

Mit Fosun war der 48-Jährige auch wiederholt in Deutschland auf Einkaufstour. Die Firma ist am Hamburger Modeunternehmen Tom Tailor beteiligt, außerdem kontrolliert Guo die Privatbank Hauck & Aufhäuser. Derzeit liefert er sich zudem eine Übernahmeschlacht um die BHF-Bank in Frankfurt.

Im vergangenen Jahr kaufte Guo für eine Milliarde Euro den französischen Tourismuskonzern Club Med. In den USA gehört ihm unter anderem der Versicherungskonzern Meadowbrook und ein 60-stöckiges Hochhaus am Chase Manhattan Plaza, für das er 725 Millionen US-Dollar zahlte.

Nach einem großen Börsencrash im Sommer hatten die Behörden in China zahlreiche Untersuchungen gegen Finanzfirmen und deren Chefs eingeleitet. Erst im November wurde der Hedgefonds-Milliardär Xu Xiang festgenommen. Auch über Ermittlungen gegen Guo wurde wiederholt berichtet, was dieser jedoch stets dementiert.

"Caixin" schrieb von möglichen Korruptionsermittlungen gegen den Investor. Nutzer von sozialen Netzwerken hätten beobachtet, wie er am Flughafen von Schanghai von Polizisten abgeführt worden sei. Im August soll ein Gericht in Schanghai Guo unangemessene Verbindungen mit Wang Zongnan vorgeworfen haben, einem ehemaligen Manager mehrerer Staatskonzerne, der wegen Veruntreuung zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.

© Jede Verwendung von Materialien muss durch den Hyperlink kenntlich gemacht werden

KONTAKT MIT DEM AUTOR

Füllen Sie die erforderlichen Stellen mit Zeichen* aus

Bitte geben Sie die Buchstaben wie oben gezeigt ein.
Egal, ob die Buchstaben groß oder klein sind