GESELLSCHAFT


Millionen Tonnen Plastik schwimmen heute in den Meeren

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Baku, 16. Februar, AZERTAG

Schon heute schwimmen Millionen Tonnen Plastik in den Meeren. Tiere sterben daran.

Einer Studie zufolge, die heute im Magazin Science veröffentlicht wird, gelangten im Jahr 2010 zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikabfall aus den Küstenregionen dieser Welt in die Ozeane. Hochrechnungen der Wissenschaftler zeigen, dass diese Zahl weiter steigt. Heute dürften es zwischen 5,5 und 14,6 Millionen Tonnen jährlich sein. Die Top-Regionen, aus denen der Müll stammt, sind die Küsten Südostasiens und Nordafrikas.

Die Ergebnisse basieren auf Schätzungen und Hochrechnungen aus fremden Daten, etwa der Weltbank, und bergen Unsicherheiten. Anhand der Pro-Kopf-Müllmenge, die in den Ländern produziert wird, und anhand der Menge, die weltweit nicht fachgerecht entsorgt wird, schätzten die Wissenschaftler ab, wo wie viel Abfall produziert wird. Sie betrachteten dabei aber nur Regionen, die 50 Kilometer von der Meeresküste entfernt sind. Wie viel Plastik jährlich ins Meer gelangt, leiteten sie aus Messungen der Wasserqualität in einer Bucht in San Francisco ab.

Wie viel Müll tatsächlich in den Ozeanen schwimmt, ist nicht messbar, sagen Ozeanologen. „Auch die Forscher dieser Studie haben das Aufkommen nicht gemessen, sondern auf der Grundlage verfügbarer Daten abgeschätzt. Das ist das Beste, was wir heute tun können.“ Die Ozeanologen gehen aber davon aus, dass die Zahlen in der Studie eher untertrieben sind. Die Betrachtung, dass nur Regionen bis 50 Kilometer landeinwärts von der Küste einbezogen wurden, sei fraglich, „denn große Flüsse können Müll weit aus dem Landesinneren zu den Meeren tragen“.

Unter den Begriff „Müll“ fallen alle möglichen festen Abfälle, etwa auch Glas, Pappe oder Metall. Das Problem des Plastiks ist, dass es sich biologisch nicht abbaut. Treibt es an der Wasseroberfläche, macht die UV-Strahlung der Sonne es zwar brüchig, doch so zerfällt es nur in kleinere Bestandteile, wird aber nicht beseitigt. Als Mikroplastik tummelt es sich massenhaft in den Ozeanen, lagert sich in den Sedimenten ab und gelangt auch in die Körper der Meerestiere. Was die Partikel dort anrichten, ist noch kaum erforscht.

Zum Makromüll gehören Plastikteile, die noch mit dem bloßen Auge sichtbar sind: Tüten, Fischernetze oder auch Splitter, die aus Gegenständen gebrochen sind. Vögel, Fische, Meeresschildkröten und andere Tiere verfangen sich darin oder verwechseln das Treibgut mit Nahrung. Die Folgen zeigen zum Beispiel Bilder toter Vögel – nur noch das Skelett ist übrig und ein Haufen Plastik, wo einmal der Magen war. „In den Verdauungsorganen sammelt sich das Plastik und blockiert den Platz für echtes Futter“, sagen Experten. „So verhungern die Tiere mit vollem Magen, wenn sie nicht zuvor an den Verletzungen durch die teils scharfkantigen Kleinteile sterben.“

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