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Mindestens 13 Tote bei Explosion in Wolgograd

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Baku, den 29. Dezember (AZERTAG). Bei einer Explosion im Bahnhof der Stadt Wolgograd im Süden Russlands sind am Sonntag mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, wie die russischen Ermittlungsbehörden mitteilten. Das Gesundheitsministerium des Gebiets Wolgograd meldete sogar 18 Tote. „Ersten Ermittlungen zufolge ist am Eingang vermutlich ein Sprengsatz detoniert“, erklärte die örtliche Polizei der Agentur Interfax zufolge mit. Präsident Putin wies die Behörden des Landes an, die Sicherheitsmaßnahmen an allen Bahnhöfen und Flughäfen zu verstärken.

Die Angaben zu den Todesopfern sind noch vorläufig, mehr als 40 Menschen wurden nach derzeitigen Erkenntnissen verletzt, 27 wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Die Explosion ereignete sich um 12.45 Uhr Ortszeit (9.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit) im Erdgeschoss des Bahnhofs. Die russischen Ermittlungsbehörden gehen von einem Terroranschlag aus. Vermutlich sei er von einer Selbstmordattentäterin verübt worden. Angeblich ist der Kopf der Attentäterin gefunden worden. Kurz vor dem Anschlag habe ein Polizist eine verdächtig wirkende Frau im Bahnhofsgebäude entdeckt und sei auf sie zugegangen. Dann habe sich die Explosion ereignet.

Die Bombe explodierte neben dem Eingang zum Bahnhof, vor dem Metalldetektor, meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf eine Quelle bei der Polizei. Solche Detektoren stehen in Russland am Eingang der meisten öffentlichen Gebäude wie Flughäfen, Bahnhöfen, auch in Kinos und Universitäten. Davor bildet sich in der Regel eine Schlange von Menschen, die auf die Sicherheitskontrolle warten. In Wolgograd ist unter anderem ein Polizist ums Leben gekommen, der die Sicherheitskontrollen durchführte. Kurze Zeit später tauchte ein Video der Explosion im Internet auf (siehe oben), dessen Echtheit und Quelle bisher aber nicht verifiziert werden konnten. Darin sieht man ein starkes Aufflammen im zentralen Teil des Bahnhofs. Die Augezeugin Walentina Petritschenko, die in einem Kiosk am Bahnhof arbeitet, erzählte im russischen Staatsfernsehen: „Es gab eine gewaltige Explosion. Man sah Menschen in Panik, einige liefen weg, andere wurden von der Druckwelle umgeworfen.“ Sie fügte hinzu: „Menschen lagen auf der Treppe und am Eingang, die Tür lag auch da, sie war ausgeschlagen.“

Es ist bereits der zweite Anschlag in Wolgograd binnen weniger Monate. Am 21. Oktober waren bei einer Explosion sieben Menschen ums Leben gekommen, mehr als 50 wurden verletzt. Eine Selbstmordattentäterin hatte in einem Linienbus eine Bombe gezündet.

 

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