GESELLSCHAFT


Mit diesem Gen wachsen Tomaten auch in der Nacht

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Baku, den 8. August (AZERTAG). Niederländische Forscher haben bei Tomaten ein Gen entdeckt, das die Lichttoleranz steigert und deutlich höhere Erträge ermöglicht.

Wie die Forscher um Aaron Velez-Ramirez von der Universität Wageningen im Fachblatt „Nature Communications“ berichten, ist das Gen CAB-13 in Wildtomaten deutlich aktiver als in den domestizierten Varianten.

Bei Dauerlicht entstehen an Tomaten schwere Blattschäden. Sonnenerprobte Wildarten aus Südamerika stören sich dagegen weniger an langer Sonneneinstrahlung.

Wie das Forscherteam, an dem auch Mitarbeiter des Konzerns Monsanto beteiligt sind, herausfand, liegt dies vermutlich an nur einem Gen. CAB-13 wird in wilden Sorten deutlich stärker exprimiert als in domestizierten Tomaten und macht die Pflanzen damit unempfindlicher gegen Dauerbestrahlung.

Beim kommerziellen Anbau von Paprika, Kopfsalat oder Rosen vertraut man schon lange nicht mehr auf natürliche Tageslängen, sondern steigert mit Kunstlicht die Photoperiode. Wachstum und Ertrag lassen sich so deutlich verbessern. Bei herkömmlichen Tomaten galt diese Steigerung bislang als unmöglich.

Die Lichtempfindlichkeit domestizierter Tomaten wurde zwar bereits in den 20er-Jahren beobachtet, aber bislang gab es für das Phänomen keine Abhilfe. Übertrugen die niederländischen Forscher das CAB-13-Gen aus wilden Arten auf eine neu entwickelte Tomatensorte, konnten sie die Pflanzen länger belichten und den Ertrag um bis zu 20 Prozent steigern.

„Dieses Ergebnis zeigt, dass die Einschränkungen für die landwirtschaftliche Produktivität durch den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus überwunden werden können“, lautet das Fazit von Velez-Ramirez und seinen Kollegen.

Monsanto hat bereits ein Patent auf die Forschungsergebnisse beantragt und zwei der Autoren als Entdecker genannt.

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