WIRTSCHAFT


Mitsubishi und Nissan arbeiten eng zusammen

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Baku, 20. April, AZERTAC

Mitsubishi hat zugegeben, Verbrauchstests seiner Fahrzeuge manipuliert zu haben. Betroffen sind demnach auch Modelle, die für Nissan produziert wurden.

Nach VW hat nun auch ein zweiter Hersteller eingestanden, bei offiziellen Emissionstests betrogen zu haben: Mitsubishi gab am Mittwoch bekannt, dass Mitarbeiter die Spritverbräuche für verschiedene Modelle verfälscht hätten. Die manipulierten Tests betreffen nach Herstellerangaben mindestens 157.000 Mitsubishi-Modelle und 468.000 Nissan-Fahrzeuge, die Mitsubishi im Auftrag für den heimischen Konkurrenten gefertigt hat. Produktion und Verkauf dieser Modelle werde nun gestoppt. Ob auch ins Ausland verkaufte Autos betroffen sind, werde geprüft.

Mitsubishi-Chef Tesuro Aikawa sagte, sein Unternehmen habe die Manipulationen dem Verkehrsministerium gemeldet. Für das gesamte Thema werde eine Untersuchungskommission mit externen Experten eingesetzt.

Nach Angaben von Tesuro Aikawa war der Betrug aufgefallen, nachdem der Kooperationspartner Nissan Ungereimtheiten bei Verbrauchswerten entdeckte. Die daraufhin angeordneten Nachprüfungen von Mitsubishi seien zu dem Ergebnis gekommen, dass durch unzulässigen Reifendruck der Spritverbrauch verbessert wurde.

Mitsubishi und Nissan arbeiten eng zusammen - unter anderem im 2011 gegründeten Gemeinschaftsunternehmen NMKV. Dort konzentrieren sich die Autohersteller vor allem auf die Entwicklung von Kleinstwagen speziell für den japanischen Markt.

Aktienkurs bricht ein - Die Börse reagierte prompt auf den Skandal. Nachdem zunächst die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press über mögliche Betrügereien bei Mitsubishi berichtet hatte, war der Aktienkurs um 15,2 Prozent eingebrochen.

Mit dem Mitsubishi-Skandal zieht die Abgasaffäre immer weitere Kreise. Anders als bei VW handelt es sich bei dem von Mitsubishi zugegebenen Betrug allerdings um geschönte Verbrauchs- und damit CO2-Werte. Volkswagen hatte mit einer betrügerischen Software den Ausstoß von Stickoxiden bei Dieselfahrzeugen manipuliert. Nachprüfungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) bei fast allen Herstellern kamen zu dem Ergebnis, dass 56 von 58 Fahrzeugen bei den Stickoxid-Emissionen auffällig waren.

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