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Myanmar: In mehreren Textilfabriken eskalieren Konflikt

Baku, 9. März, AZERTAC 

Seit Wochen verlangen die Textilarbeiter in Myanmar bessere Arbeitsbedingungen - jetzt eskaliert der Konflikt. In mehreren Textilfabriken in der Umgebung der ehemaligen Hauptstadt Rangun ist es zu gewaltsamen Protesten gekommen. In einer Fabrik schlugen Arbeiter im Zorn über Entlassungen und ausbleibende Gehälter Maschinen und Überwachungskameras kaputt. Die Produktion steht dort seit Anfang Februar still. Nächste Woche soll sie wieder anlaufen.

Ein chinesisches Unternehmen sei auch betroffen, das Kleidung für den schwedischen Textilgiganten H&M produziert. In der Fabrik sei die Fertigungsstrecke zerstört worden. H&M wurde wie auch andere Anbieter von günstiger Mode schon öfter wegen der Arbeitsbedingungen der Fabriken in Myanmar kritisiert, unter anderem weil Minderjährige beschäftigt würden.

Die Gewerkschaften in Myanmar verlangen von der Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung Sang Suu Kyi, den gesetzlich garantierten Mindestlohn deutlich zu erhöhen. Pro Arbeitstag sollen im ehemaligen Birma statt 3600 Kyat (umgerechnet etwa 2,50 Euro) künftig 5600 Kyat (etwa 3,86 Euro) gezahlt werden.

Der südostasiatische Staat hat sich in den vergangenen Jahren zum Boomland der Textilindustrie entwickelt. Mehr als 400 Fabriken gibt es inzwischen. Von den 400.000 Arbeitern sind die meisten Frauen. Auch viele europäische Firmen lassen inzwischen dort produzieren. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie der niederländischen Organisation SOMO sind extrem niedrige Löhne und Überstunden die Regel, Kinderarbeit ist keine Ausnahme.

Myanmars Bekleidungsindustrie wird das laufende Geschäftsjahr mit einem Rekord beenden. Das Handelsministerium erwartet Exporte von mehr als 1,7 Milliarden Euro, ein Großteil davon nach Europa. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von mehr als 85 Prozent.

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