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Mysteriöse Krankheit rafft Seesterne dahin

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Baku, den 6. November (AZERTAG). Der Körper überzieht sich mit weißen Wunden, die Arme zersetzen sich und fallen ab - nach wenigen Tagen ist das Tier tot. Vor der US-Westküste sterben Seesterne an einer seltsamen Krankheit, in einzelnen Bereichen sind mehr als 90 Prozent der Tiere betroffen.

„Es ist ziemlich unheimlich“, sagt Biologe Pete Raimondi. „Wir haben keinen offensichtlichen Auslöser, auch wenn wir annehmen, dass ein Krankheitserreger dahintersteckt.“ Raimondi und seine Kollegen von der University of California in Santa Cruz sammeln Informationen über das Seesternsterben das sich derzeit vor der US-Küste vollzieht. Es wird als „Sea Star Wasting Syndrome“ bezeichnet.

In den kommenden Wochen wollen sie Küstenbereiche vor Kalifornien, Oregon und Washington intensiv überwachen, um die Ausbreitung des Syndroms zu kartieren und der Ursache näherzukommen.

Die ersten Anzeichen sind laut einem Bericht der Universität weiße Läsionen an den Armen der Tiere, die sich dann Richtung Körpermitte ausbreiten. Das Gewebe zersetzt sich, Arme fallen ab. Die Tiere lösen sich regelrecht auf, nach einer Woche bleibt nur eine schleimige Masse. „Ihr Gewebe schmilzt einfach dahin“, sagt Biologin Melissa Miner vom Multi-Agency Rocky Intertidal Network, das ein Auge auf Flora und Fauna vor der US-Küste hat.

Das Syndrom sei schon früher gelegentlich aufgetreten, doch meistens waren nur wenige Seesterne vor Südkalifornien betroffen, sagt Raimondi. Und während man frühere Ausbrüche mit überdurchschnittliche hohen Temperaturen in Zusammenhang gebracht habe, würden diese jetzt nicht vorliegen.

Wichtiger Muschelfresser - Die ersten Fälle haben Forscher im Juni registriert. Nach Angaben von Raimondi ist die Sterblichkeit deutlich höher als bei vorher vermerkten Ausbrüchen. In einem Bereich in Santa Cruz seien sogar 90 bis 95 Prozent der infizierten Seesterne verendet.

Das Syndrom treffe vor allem die Art Pisaster ochraceus, einen orangefarbenen oder violetten Seestern, der sich vorzugsweise von Muscheln ernährt. Laut Raimondi haben Forscher jedoch seit Juni bei mindestens zehn verschiedenen Arten die typischen Symptome beobachtet.

Gerade Pisaster ochraceus gilt als extrem wichtige Art, da diese Seesterne dafür sorgen, dass viele Regionen nicht komplett von Muscheln überwuchert werden, was die Artenvielfalt senken könnte.

 

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