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Nach dem Absturz der Air-Asia-Maschine vor Indonesien die ersten sieben Opfer geborgen

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Jakarta, 31. Dezember, AZERTAG

Bergungsmannschaften haben nach dem Absturz der Air-Asia-Maschine vor Indonesien die ersten sieben Opfer geborgen. Die Leichen trieben vor der Küste Borneos im Meer, unweit der Stelle, wo der Radarkontakt zu dem Airbus A320 abgebrochen war. Insgesamt waren 162 Menschen an Bord der Maschine. Die Ermittler gehen davon aus, dass alle tot sind.

Schlechtes Wetter behindert die Bergung weiterer Opfer und der gefundenen Wrackteile. „Die Wellen sind drei Meter hoch und es geht ein starker Wind“, sagte ein Sprecher der Marine dem indonesischen Sender Metro TV.

Zunächst hatten indonesische Matrosen vermutet, das Wrack des Airbus sei auf Sonaraufnahmen in knapp 30 Metern Tiefe zu sehen. Dagegen sagte der Chef der Rettungskräfte, Bambang Sulistyo: „Wir haben den Hauptteil des Rumpfs noch nicht gefunden.“

Der Chef der malaysischen Marine twitterte ein Bild von Bord eines seiner Schiffe, das den Angaben zufolge die Notrutsche der Maschine bergen konnte, die am Dienstag aus der Luft gesichtet worden war.

Die Opfer und die Wrackteile sollen zunächst in den nächstgelegenen Küstenort Pangkalan Bun auf der Insel Borneo gebracht werden. Dort stehen Särge bereit, in denen die Opfer zur Identifizierung an den Ausgangsflughafen Surabaya, die zweitgrößte Stadt Indonesiens, gebracht werden sollen.

Einer der Toten, die aus dem Wasser geborgen werden konnten, soll eine Rettungsweste getragen haben. Das sagte ein Mitglied der Rettungskräfte der Nachrichtenagentur Reuters. Das könnte bedeuten, dass zwischen ersten Anzeichen für einen drohenden Unfall und dem eigentlichen Crash eine gewisse Zeit vergangen war und die Passagiere noch Zeit zum Reagieren hatten.

Offenbar war das Flugzeug auch weitestgehend intakt, als es ins Meer stürzte. Dafür speche, dass die bislang geborgenen Leichen komplett bekleidet seien, so die Nachrichtenagentur weiter.

Die Unglücksursache liegt noch im Dunkeln, die Hoffnungen richten sich auf die Auswertung der Flugschreiber. Die wichtigen Blackboxes zeichnen die Gespräche im Cockpit und technische Daten der Maschine auf. Sie zu finden hat nach der Bergung der Leichen höchste Priorität.

Die Flugschreiber sind mit Unterwasser-Ortungsbaken ausgestattet, die 30 Tage lang jede Sekunde Ultraschallsignale aussenden. An der Absturzstelle in der Javasee ist das Meer selten mehr als 50 Meter tief. Dort können die Signale mit entsprechenden Geräten an der Wasseroberfläche aufgefangen werden. Die Chancen, die Flugschreiber zu finden, stehen daher gut.

Der Airbus A320 der Billigfluglinie Air Asia mit der Flugnummer QZ8501 war am Sonntag auf dem Weg von Surabaya in Indonesien nach Singapur von Radar verschwunden. Der Pilot hatte wegen schlechten Wetters um die Erlaubnis gebeten, 2000 Meter höher zu fliegen. Wegen des starken Flugverkehrs in dem Gebiet war ihm dies von den Fluglotsen aber nicht gestattet worden. Kurz darauf verschwand die Maschine. Ein Notsignal wurde nicht abgesetzt.

Bereits am Dienstag hatten Bilder treibender Leichen und Wrackteile bei Angehörigen der Passagiere des vermissten Flugzeugs die letzten Hoffnungen zerstört.

Die Unglücksmaschine war erst sechs Jahre alt. Air Asia hat seit dem kommerziellen Start 2001 nie einen größeren Unfall erlebt.

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