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Nach dem Wüten des Taifuns „Haiytan“ bereiten sich Durcheinander und Plünderungen auf den Philippinen aus

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Budapest, den 10. November (AZERTAG). Im Katastrophengebiet auf den Philippinen herrschen zwei Tage nach dem Taifun "Haiyan" Chaos und Unübersichtlichkeit. Verzweifelte Menschen plünderten am Sonntag in der Stadt Tacloban auf der Suche nach Essbarem und Trinkwasser Geschäfte, wie Augenzeugen berichteten. Die Polizei schickte Verstärkung in die Stadt mit 220.000 Einwohnern.

Mehr als vier Millionen Menschen brauchen nach dem Wüten des Taifuns "Haiytan" auf den Philippinen dringend Hilfe. Doch im Katastrophengebiet ist die Infrastruktur zerstört, Chaos breitet sich aus. Den Presseberichten zufolge werden Geschäfte geplündert, Leichen liegen auf den Straßen.

Zur Zahl der Todesopfer gibt es allenfalls Schätzungen, die weiter steigen. Allein in der Provinz Leyte mit der Hauptstadt Tacloban sollen nach Angaben der Behörden mindestens 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Auf der Insel Samar wurden nach einer vorläufigen Bilanz vom Sonntag 300 Tote gezählt und rund 2000 Menschen vermisst.

In der zu 80 Prozent zerstörten Stadt Tacloban stellen nicht nur verwüstete Gebäude ein großes Problem dar. Augenzeugen berichten von vielen Dutzenden Leichen, die noch auf den Straßen liegen. Für Sonntag war das erste Massenbegräbnis geplant.

Helfer des internationalen Kinderhilfswerkes World Vision haben bereits die Stadt Omoc erreicht, die etwa zwei Stunden von Tacloban entfernt liegt. Auch hier sollen die meisten Gebäude zerstört sein. "Es ist schon dunkel hier, der Strom ist ausgefallen. Aber im Licht unserer Scheinwerfer sehen wir überall zerstörte Häuser", berichtete Mitarbeiterin Mai Zamaro. "In der Luft hängt der Geruch von Schlamm und Vernichtung."

Unterdessen warten Hunderttausende Menschen in der Region verzweifelt auf Hilfe. Präsident Aquino bekräftigte bei seinem Besuch, die Regierung werde sich zuerst darum kümmern, isolierte Regionen wieder mit Strom und Telekommunikationsverbindungen zu versorgen und den Hilfskräften überhaupt zugänglich zu machen.

Auch die Stadt Culion auf der Inselgruppe Palawan ist derzeit ohne Verbindung zur Außenwelt. Ein örtliches Krankenhaus für Lepra-Patienten wurde schwer zerstört. Als am Sonntag Behördenvertreter vor Ort eintrafen, fanden sie zahlreiche Hunger leidende Menschen vor.

Allein auf Palawan sind nach Behördenangaben mehr als 6700 Familien von den Folgen des Taifuns betroffen. Insgesamt geht die Regierung von 4,3 Millionen Betroffenen aus. 800.000 von ihnen waren aus ihren Häusern geflüchtet, viele dürften ihr Hab und Gut verloren haben. Etwa 330.000 Menschen harrten in Notunterkünften aus.

Das Uno-Welternährungsprogramm (WFP) will zudem 40 Tonnen angereicherte Energiekekse aus Dubai einfliegen. Sie haben sich in Desasterzonen, wo nicht gekocht werden kann, bewährt. Sie enthalten nach WFP-Angaben pro 100 Gramm 450 Kilokalorien und mindestens 10 Gramm Proteine.

"Haiyan" war einer der gewaltigsten Taifune, die je Land erreichten. Auf dem Weg nach Vietnam schwächte er sich deutlich ab und sollte dort am Montag nur noch als tropischer Sturm die Küste erreichen. Hunderttausende Menschen, die bereits in Sicherheit gebracht worden waren, durften in ihre Häuser zurückkehren.

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