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Nach der Ankunft des Menschen auf Neuseeland

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Baku, den 19. März (AZERTAG). Sie hatten eine kleine Welt für sich- Jahrtausende lebten die bis zu 250 Kilogram schweren Moa-Vögel nahezu ungestört auf den neuseeländischen Inseln. Dann kam der Mensch und löschte die Population innerhalb kürzester Zeit aus.

Nach der Ankunft des Menschen auf Neuseeland änderte sich für die Moa-Vögel auf den Inseln alles. Dies zeigen genetische Analysen eines internationalen Forscherteams. Die Wissenschaftler hatten die Gene von fast 300 Vertretern von vier Moa-Arten analysiert. Demnach starben die Tiere innerhalb kürzester Zeit aus, nachdem polynesische Siedler den Archipel vermutlich gegen Ende des 13. Jahrhunderts erreicht hatten.

Das Verschwinden der Moa sei die schnellste bisher dokumentierte Ausrottung eines sogenannten Megafauna-Vertreters durch den Menschen, schreiben die Forscher in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Mit Megafauna bezeichnen Biologen die körperlich größten Tiere in einem Lebensraum.

Bei der Ankunft des Menschen gab es in Neuseeland neun Moa-Arten. Bei zwei davon aus der Gattung Dinornis erreichten die Weibchen ein Gewicht von etwa 250 Kilogramm. Archäologische Funde zeigen, dass die Laufvögel von den ersten Siedlern gejagt wurden und rasch verschwanden. Dennoch war die genaue Rolle des Menschen bislang umstritten. Eine Genstudie deutete darauf hin, dass die Populationen schon vor Ankunft des Homo sapiens schrumpften - möglicherweise durch Umwelteinflüsse wie etwa Vulkanausbrüche.

Um das zu prüfen, analysierten Forscher um Morten Erik Allentoft vom Naturhistorischen Museum der Universität Kopenhagen Erbgut von 281 Vertretern von vier Moa-Arten aus vier Jahrtausenden. Alle stammten von Fundstätten aus einem Radius von zehn Kilometern in der Region Canterbury auf der Südinsel. Die Forscher untersuchten unter anderem die mitochondriale DNA (mtDNA), die nur über die Mutter vererbt wird.

Für keine der vier Arten liefern die Analysen Hinweise auf einen Schwund der genetischen Vielfalt in den vier Jahrtausenden vor der Ankunft des Menschen. Dies deute darauf hin, dass die Populationen groß und stabil blieben, „bis zu ihrem plötzlichen Rückgang“, schreiben die Wissenschaftler. Für die gut dokumentierte Art Dinornis robustus schätzen die Forscher die Populationsgröße auf etwa 9200 Tiere zu der Zeit, als die ersten Menschen aufkreuzten.

„Bemerkenswerterweise hinterließ der Prozess des Aussterbens keinerlei genetische Spuren in unseren Daten“, betonen die Forscher. Die Moa seien wahrscheinlich so schnell verschwunden, dass sich dies kaum in den jeweiligen Genpools niedergeschlagen habe. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass alle Arten binnen ein oder zwei Jahrhunderten ausgerottet wurden, einzig durch den Menschen. 

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