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Nächste Uno-Klimakonferenz tagt in Marrakesch

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Baku, 7. November, AZERTAC 

Streit ums Geld, Debatte über die richtige Strategie - konkrete Beschlüsse? Ab Montag tagt die Uno-Klimakonferenz in Marrakesch: Fragen und Antworten zu einer verzwickten Veranstaltung.

Welche entscheidenden Fortschritte sind auf der Uno-Klimakonferenz in Marrakesch zu erwarten?

Die Antwort fällt simpel aus: keine.

Warum wird dort dennoch gefeiert?

In Marrakesch wird zelebriert, dass der Weltlimavertrag kurz vor der Konferenz in Kraft getreten ist - eine historische Leistung der Diplomatie nach 20 Jahren Verhandlungen. Normalerweise vergehen Jahre vom Beschluss eines Uno-Abkommens bis zu seiner Akzeptanz durch die Parlamente der Staaten. Der Klimavertrag aber wurde nicht mal ein Jahr nach seiner Verabschiedung in Paris von genügend Ländern ratifiziert, sodass er nun gültig ist.

Was wird man außerdem über die Konferenz lesen?

Ganz sicher wird man lesen, dass "der Schwung von Paris genutzt werden muss" und dass "die eigentliche Arbeit jetzt erst begonnen hat" und dass "ein klarer Fahrplan entwickelt werden muss". Die Floskeln gehören zur Klimakonferenz wie das Eisbär-Symbol.

Was ist das wichtigste Thema in Marrakesch?

Vorranging wollen die Delegierten diskutieren, mit welchen Methoden der Ausstoß von Treibhausgasen gebremst und wie die erlaubten Treibhausgasbudgets der Staaten überprüft werden können.

Sie wollen nur diskutieren, aber nichts beschließen?

Gibt es Streit in Marrakesch?

Zank dürfte es geben, wenn die reichen Industrienationen in Marrakesch keine Vorschläge machen würden, wie sie schneller als geplant ihre Treibhausgasemissionen drosseln können. Entsprechende Pläne hatten sie auf der Klimakonferenz von Paris den Inselstaaten in Aussicht gestellt, die vom Meeresspiegelanstieg bedroht sind. Das Versprechen bewog die Inselstaaten zur Zustimmung zum Weltklimavertrag.

Klimaforscher warnen, dass die bisherigen Ziele zur Eindämmung des Treibhausgasausstoßes die Erwärmung nicht entscheidend bremsen würden - sind in Marrakesch weitere Anstrengungen geplant?

Konkrete Vorhaben sollen verhandelt werden: Beispielsweise Indiens Initiative zur Förderung von Solarenergie, Afrikas Erneuerbare-Energien-Projekt oder das 100-Milliarden-Euro Budget, das die reichen Nationen ab 2020 jährlich für den Klimaschutz in armen Ländern zur Verfügung stellen wollen.

Also geht es ums Geld? - Die afrikanischen Staaten haben zusammen eine Strategie für Marrakesch geschmiedet - mit einem vorrangigen Ziel: Die reichen Industrienationen, die am meisten Treibhausgase verursacht haben, sollen zu höheren Zahlungen verpflichtet werden, insbesondere für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und für erneuerbare Energien.

Sollen arme Länder für Klimaschäden entschädigt werden?

Das Thema soll in Marrakesch wiederaufgenommen werden. Im Gespräch sind Klimaversicherungen.

Wird es Überraschungen geben?

Die USA wollen nach Angaben von Beobachtern erstmals langfristige Klimaziele präsentieren: einen Plan zur CO2-Einsparung bis 2050.

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