WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Nasa bejubelt Cousin der Erde

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Baku, 24. Juli, AZERTAC

Er umkreist einen Stern, der unserer Sonne recht ähnlich sieht - und zwar in genau dem richtigen Abstand: Astronomen sind begeistert, über einen neu entdeckte Exoplaneten. Nun spekulieren sie wieder einmal, ob es dort Leben geben könnte.

Mit schöner Regelmäßigkeit verkündet die US-Weltraumbehörde, ihre Planetenjäger hätten in den Tiefen des Alls einen Himmelskörper aufgespürt, der unserer Erde zum Verwechseln ähnlich sehe. Dann wird darüber debattiert, ob dort wohl Leben existieren könnte. Wichtig ist dabei vor allem der richtige Abstand zum Zentralgestirn.

So ist es nun auch wieder mit einer fernen Welt, deren Entdeckung die Nasa am Donnerstag betätigte: Kepler-452b, aufgespürt mit dem „Kepler“-Weltraumteleskop, ist vermutlich ein Gesteinsplanet. Und mancher jubelt ihn bereits wieder zum Erdzwilling hoch. Der Planet ist allerdings etwa 60 Prozent größer als unserer. Also spricht die Nasa vorsichtshalber von einem „größeren und älteren Cousin“. Er braucht 385 Tage, um seinen Stern einmal zu umrunden.

Die Erkenntnisse der Forscher um Jon Jenkins vom Ames Research Center der Nasa in Moffett Field (US-Bundesstaat Kalifornien) sollen in Kürze im Fachmagazin „Astronomical Journal“ veröffentlicht werden. Demnach liegt der Exoplanet im Sternbild Schwan, etwa 1400 Lichtjahre entfernt von der Erde. Das Zentralgestirn des Exoplaneten ist nach Angaben der Forscher unserer Sonne ähnlich, allerdings mit sechs Milliarden Jahren etwa anderthalb Milliarden Jahre älter.

Wasser lässt sich nicht direkt nachweisen - Das könnte insofern interessant sein, als dass bisher entdeckte erdähnliche Exoplaneten meist um kältere Sterne kreisten. Interessant ist auch der Abstand zwischen dem Exoplaneten und seinem Stern. Er soll vergleichbar mit dem zwischen Erde und Sonne sein. Damit ist es theoretisch möglich, dass es auf Kepler-452b flüssiges Wasser gibt. Direkt nachweisen lässt sich dieses jedoch nicht.

Neben der Entdeckung von Kepler-452b berichtete die Nasa am Donnerstag auch über elf weitere Exoplaneten-Kandidaten, die ebenfalls in einer interessanten Entfernung zu ihrem jeweiligen Stern liegen. Die sogenannte habitable Zone ist der Bereich, in dem der Planet weit genug vom Stern entfernt ist, dass nicht alles Wasser sofort verdampft - und nahe genug, dass es nicht nur Eis gibt.

Die Kandidaten sind aber, im Gegensatz zu Kepler-452b, noch nicht bestätigt. Womöglich fliegen sie im Ergebnis weiterer Untersuchungen wieder aus den Büchern. Die Zahl der bestätigten Exoplaneten liegt laut Nasa bei 1030. Außerdem gibt es noch 4696 Kandidaten, die noch mit anderen Teleskopen untersucht werden müssen.

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