WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Neue Zwergplaneten weit vom Pluto entdeckt

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Baku, 12. Oktober, AZERTAC

US- Forscher haben einen neuen Zwergplaneten weit jenseits vom Pluto entdeckt. Er gehört zu den am weitesten von der Sonne entfernten Objekten im Sonnensystem - und kann seinen Status vielleicht nicht behalten.

Eigentlich soll die Dark Energy Camera an einem Vier-Meter-Teleskop des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile ferne Galaxien in den Blick nehmen - und dabei Hinweise auf die mysteriöse Dunkle Energie liefern. Diese macht zwar fast drei Viertel unseres Universums aus und beschleunigt dessen Ausdehnung, konnte aber bisher noch nie direkt beobachtet werden. Doch nun ist mit Hilfe dieser Kamera ein Objekt in unserem Sonnensystem neu entdeckt worden: der Zwergplanet 2014 UZ224.

Astronom David Gerdes von der University of Michigan hatte Studenten mit der Kamera gezielt auch nach Objekten fahnden lassen, die viel näher an der Erde liegen als die Galaxien, die sonst untersucht werden. Beim computergestützten Auswerten von unzähligen Bildern mit kleinen Ausschnitten des Nachthimmels wurden die Studenten dann auch tatsächlich fündig. Auf den Fotos, aufgenommen im Schnitt im Abstand von einer Woche, konnten sie den bisher unbekannten Himmelskörper nachweisen.

Nach zwei Jahren Jahren der Prüfung gehen sie nun davon aus, dass es sich tatsächlich um einen kleinen Zwergplaneten handelt. Er ist derzeit mehr als 90 Mal weiter von der Sonne entfernt als unsere Erde. Mit dem Zwergplaneten Eris und einem Objekt namens V774104 gibt es nur zwei größere bekannte Körper im Sonnensystem, die noch weiter entfernt sind.

Ist auch "Planet Neun" schon fotografiert? - Der neu entdeckte Himmelskörper umkreist die Sonne etwa alle 1100 Jahre. Den Angaben der Forscher zufolge dürfte er etwa einen Durchmesser von 530 Kilometern haben. Zum Vergleich: Der Radius des Pluto liegt bei fast 2400 Kilometern, der Erdradius bei annähernd 12.800 Kilometern.

Das bedeutet: Es ist möglich, dass 2014 UZ224 den Status als Zwergplanet formell gar nicht von der International Astronomical Union bekommt. Doch im Moment bezeichnen ihn die Wissenschaftler erst mal so. Aktuell gibt es fünf bekannte Zwergplaneten. Der kleineste von ihnen heißt Ceres, liegt im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und hat einen Durchmesser von 950 Kilometern. Der größte ist der Pluto.

Im sogenannten Kuipergürtel jenseits der Neptunbahn soll es allein 70.000 Objekte mit mehr als hundert Kilometer Durchmesser geben - und ungezählte kleinere Exemplare. Die Forscher Konstantin Batygin und Michael Brown vom California Institute of Technology in Pasadena haben Anfang dieses Jahres Hinweise dafür veröffentlicht, dass dort, weit draußen im Sonnensystem, ein weiterer größerer, bisher noch unbekannter Planet seine Bahn zieht.

Sie nennen ihn "Planet Neun". Er würde nur alle 10.000 bis 20.000 Jahre einmal um die Sonne rotieren. Direkte Belege für "Planet Neun" gibt es bisher noch nicht. Batygin und Brown leiten seine Existenz aus dem Studium von Bahndaten anderer Objekte im Kuipergürtel ab. Es sei aber durchaus möglich, dass er auch in einem Bild der Dark Energy Camera versteckt ist, sagt Forscher Forscher Gerdes nun.

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