WISSENSCHAFT & TECHNOLOGIE


Neuerungen bei Windows 10

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Baku, 28. Juli, AZERTAC

Am Mittwoch kommt Windows 10 auf die ersten Rechner. Microsoft verspricht ein schnelleres, schöneres System und eine vereinfachte Bedienung. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

Ab Mittwoch können Nutzer der meisten Windows 7- und Windows-8.1-Rechner kostenlos auf Microsofts neuestes Betriebssystem umsteigen. Windows-7-Nutzer müssen das Service Pack 1 installiert haben, Windows-8-Nutzer zunächst auf Windows 8.1 upgraden.

Voraussetzung dafür, Windows 10 am Release-Termin zu bekommen, ist eine Reservierung, deren Ablauf Microsoft auf dieser Seite erklärt. Fragen und Antworten zum Umstieg beantwortet der Konzern hier.

Neben vielen optischen Veränderungen hat sich bei Windows 10 auch technisch einiges getan. Hier sind die sichtbarsten Neuerungen für PC- und Notebook-Nutzer im Überblick.

Startmenü: Neue Version, neues Startmenü. Nach der seltsamen Kombination aus Startseite und Desktop in Windows 8.1 ist im neuen Windows wieder alles an einer Stelle. Das Startmenü zeigt auf der linken Seite wichtige Funktionen und häufig genutzte Programme. Ein Klick auf „Alle Apps“ öffnet eine alphabetische Programmliste. Auf der rechten Seite finden sich die ab Windows 8 bekannten App-Kacheln. Sie sind in vier Größen einstellbar und können nach Bedarf angeordnet oder auch entfernt werden.

Wenn die App es unterstützt, werden Live-Informationen wie Wetter oder Nachrichten direkt im Startmenü angezeigt. Wer die App-Kacheln nicht mag, entfernt alle und schiebt das Startmenü auf eine einspaltige Darstellung zusammen. Umsteiger von Windows 7 importieren laut Microsoft beim Update alle Startmenü-Einstellungen.

Übersicht: Windows 10 hat eine Taskleiste und den klassischen Desktop, auf dem sich Dateien und Programm-Icons ablegen lassen, die irritierende Charm-Leiste ist Geschichte. Wichtige Systeminformationen und häufig genutzte Funktionen werden nun im Info-Center angezeigt. Es wird per Mausklick auf ein Sprechblasen-Icon in der Taskleiste oder per Fingerwisch vom rechten Bildschirmrand geöffnet.

Neu ist die Taskansicht: Per Klick oder Wischgeste mit drei Fingern werden alle geöffneten Programme nebeneinander angezeigt - das Exposé von Mac OS X lässt grüßen.

Neu sind auch die virtuellen Desktops. Per Klick auf „Neuer Desktop“ in der Taskansicht können neue Arbeitsbereiche eingerichtet werden. Das sorgt für mehr Übersicht. Nutzer von hochauflösenden Bildschirmen profitieren von einer „Snap Assist“ genannten Funktion, mit der sich Programmfenster einfach auf dem Schirm anordnen und fixieren lassen. So können sie mit wenigen Klicks auf 4K-Bildschirmen (3840 zu 2160 Pixel) etwa vier Full-HD-Fenster (1920 zu 1080 Pixel) anzeigen lassen.

Assistentin Cortana: Das neue Windows kommt mit eingebauter Assistentin. Das vom Smartphone bekannte Cortana integriert sich gut ins System. Aufgaben wie Termine anlegen, Internetsuchen, das Öffnen von Programmen, Wetterberichte oder Rechenaufgaben können ihr per Sprach- oder Texteingabe im Suchfeld in der Taskleiste gegeben werden. In der Praxis funktioniert das bislang eher mäßig. Viele Anfragen beantwortet Cortana mit Bing-Suchergebnissen.

Um Cortana zu nutzen, muss Windows 10 mit einem aktiven Microsoft-Konto gestartet werden. Die gesammelten Daten können online verwaltet werden. Wer sich von Cortana trennen möchte, kann das für jedes Windows-Gerät einzeln tun. Wie die Tech-Zeitschrift „c't“ berichtet, bleiben Nutzerdaten dabei online im Microsoft-Konto gespeichert.

Neuer Browser Edge: Der Internet Explorer ist tot, es lebe Edge. Zwar ändert sich beim Logo des Browser kaum etwas, das Programm zum Erkunden des Internets ist aber von Grund auf neu. Das Ergebnis ist ein schlanker, flotter Browser mit Lesemodus, Cortana-Integration, flotter Videodarstellung und einem Kommentarmodus. Webseiten können direkt am Bildschirm kommentiert, Textpassagen markiert oder einzelne Bereiche ausgeschnitten werden.

Eigenes Gesicht als Passwort: Entsprechend moderne Hardware vorausgesetzt, erlaubt Windows 10 die biometrische Identifikation des Nutzers - etwa per Gesichtserkennung. Im „c't“-Test mit einer RealSense 3D Kamera von Intel funktionierte das ziemlich fehlerfrei. Die Daten werden laut Microsoft nur auf dem Gerät gespeichert.

Einstellungen: Windows 10 ist kein fertiges System. Das wird beim Blick in die Einstellungen deutlich. Viele häufig benötigten Optionen sind hier einfach und übersichtlich dargestellt. Andere Einstellungen gibt es in der „Systemsteuerung“, wieder andere Optionen - etwa für angeschlossene Geräte - finden sich bei „Geräte“.

Perspektivisch sollen alle Einstellungsmöglichkeiten eines Tages unter dem Punkt „Einstellungen“ auffindbar sein - bis dahin bleibt es etwas unübersichtlich. Mit dem neuen Betriebssystem vollzieht Microsoft allerdings auch den Schritt zu Windows als Service. Neue Funktionen und Veränderungen am Betriebssystem wird es künftig laufend per Download geben.

Die „c't“-Redaktion kommt übrigens zu dem Fazit, dass Windows 10 schon recht ausgereift wirkt. Trotzdem rät das Magazin, mit der Installation ruhig noch ein bisschen zu warten, da das kostenlose Upgrade ein Jahr lang möglich ist. Wer schon jetzt wechseln will, sollte vorher unbedingt eine Sicherung seines System und seiner Daten anfertigen.

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