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Nilkrokodile in Florida

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Baku, 21. Mai, AZERTAC

Bis zu sechs Meter lang werden Nilkrokodile - und immer wieder fallen Menschen den Riesenechsen zum Opfer. Jetzt haben Forscher Exemplare in den Sümpfen Floridas gesichtet.

Die Sommer sind heiß und regenreich, die Winter mild und kurz: Das Klima in Florida kommt vielen Amphibien und Reptilien sehr entgegen. Unter anderem das Spitzkrokodil und der Mississippi-Alligator sind dort in den Sümpfen heimisch.

Das angenehme Klima führt allerdings auch dazu, dass der US-Bundesstaat mit besonders vielen eingeschleppten Arten klarkommen muss. Verantwortlich sind meist Tierhändler, Zoos oder Privatleute, die exotische Tiere einführen und diese dann später aussetzen oder aber nicht genug beaufsichtigen, sodass sie in die Wildnis entkommen. Zwar bereitet nicht jede unabsichtlich neue Spezies ein Problem, manche aber schon.

Aktuell berichten US-Forscher von einem solchen Einwanderer. Sie hätten mehrere Nilkrokodile (Crocodylus niloticus) entdeckt, schreiben sie im Fachblatt "Herpetological Conservation and Biology".

Nilkrokodile leben eigentlich in Afrika und werden bis zu sechs Meter lang. Zwischen 2010 und 2014 wurden in Afrika mehr als 490 Menschen von Nilkrokodilen angegriffen, sagt Michael Rochford von der University of Florida. Mehr als 70 Prozent dieser Attacken endeten tödlich. Die Krokodile richteten zusätzlich einen großen wirtschaftlichen Schaden an, weil sie Vieh töteten.

Mit einem ausgewachsenen Exemplar von C. niloticus hatten es Rochford und seine Kollegen in Florida allerdings nicht zu tun: Das größte von ihnen beschriebene Tier war rund drei Meter lang. Die Wissenschaftler schildern, wie sie vier nicht in Florida heimische Krokodile eingefangen und untersucht haben.

Kräftig gewachsen - Eines der Tiere mussten sie aufgrund von Behördenanweisungen wieder in die Wildnis entlassen. Zwei Jahre später konnten sie es erneut einfangen und ermitteln, wie schnell das Tier gewachsen war. In den zwei Jahren habe es seine Größe fast verdoppelt, schreiben sie.

Erbgutanalysen zeigten, dass zwei - womöglich auch drei - der Tiere am engsten mit in Südafrika lebenden Nilkrokodilen verwandt sind. Bisher gibt es laut den Forschern keine Hinweise, dass in Florida schon eine Population von Nilkrokodilen existiert - als ein fester Bestand im Gegensatz zu einzeln in die Wildnis gelangten Exemplaren.

Die Forscher warnen dennoch vor den Risiken, die eine Ansiedlung mit sich bringen würde: Neben den befürchteten Angriffen auf Menschen gehört dazu ein Verdrängen einheimischer Arten sowie eine Vermischung mit diesen.

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