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Nordamerikas Nebelküche

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Baku, den 11. Januar (AZERTAG). Schneestürme und bitterer Frost. Das neue Jahr hat vielen Menschen in Nordamerika extrem niedrige Temperaturen gebracht. Ein Satellit konnte aus dem All dabei ein faszinierendes Naturschauspiel über den Großen Seen beobachten.

Es war ein Kälteeinbruch, der seinesgleichen suchte. Das neue Jahr bescherte vielen Menschen in Nordamerika extrem niedrige Temperaturen. Sogar die Niagarafälle erstarrten angesichts tagelanger Arktiskälte nach und nach zu einem eisigen Kunstwerk. Menschen in den sonnenverwöhnten US-Bundesstaaten Florida und Kalifornien mussten mit Temperaturen unter Null klarkommen, am 7. Januar wurden in insgesamt 49 US-Städten Kälterekorde gemessen. Im Bundesstaat Ohio wurde gar das Trinkwasser für Zehntausende Menschen knapp, weil eine Wasseraufbereitungsanlage eingefroren war.

Schuld daran war eine Wetterkonstellation, die so außergewöhnlich eigentlich gar nicht ist. Sie bestand aus einem Hochdruckgebiet über dem Pazifik und einem Tiefdruckgebiet über dem Atlantik zwischen Grönland und der Ostküste Nordamerikas. Dieses Tiefdruckgebiet beförderte wie ein riesiger Ventilator eiskalte Luft aus dem hohen Norden nach Süden. Das Zentrum des Wirbels liegt ungefähr über der Baffin-Insel im Norden Kanadas - und da ist es zu dieser Jahreszeit besonders frisch. Ein „Arctic Outbreak“, ein arktischer Ausbruch, war die Folge.

Über den Großen Seen führte der Wind aus dem Norden zu einem interessanten Phänomen, wie Bilder des Nasa-Satelliten „Terra“ zeigen. Über dem Wasser bildeten sich so große Mengen Nebel, dass die Schwaden gut aus dem All erkennbar waren. Das lag daran, dass das Wasser im Lake Michigan und dem Lake Superior noch verhältnismäßig warm war - jedenfalls im Vergleich zur frostigen Brise, die darüber hinweg zog. Als sich die kalte, trockene Luft aus dem Norden mit der feuchten und wärmeren Luft über den Seen mischte, kam es zur Nebelbildung. Fachleute sprechen in einem solchen Fall von Dampfnebel.

Das „Terra“-Bild vom 6. Januar zeigt das Phänomen der nordamerikanischen Nebelküche gut im Bereich des sichtbaren Lichts. Doch noch besser zu erkennen sind die nach Südosten übers Wasser streichenden Nebelschwaden im Falschfarbenbild. In diesem Fall wird der Schnee in knalligem Orange dargestellt. Wolken, die aus Eiskristallen und Wassertröpfchen bestehen, schimmern pfirsichfarben. Die nur aus Wasser bestehenden Nebelwolken bleiben weiß.

Inzwischen hat sich die Wetterlage über Nordamerika geändert, eine Strömung aus der Karibik wärmt die Luft auf. Doch in manchen Orten, vor allem im Süden, brachte das weitere Probleme, etwa in Gestalt von Blitzeis.

 

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