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Nordkorea: "schlimmsten Verbrechen, das niemals vergeben"

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Baku, 8. Juli, AZERTAC

Die USA haben Sanktionen gegen Kim verhängt - jetzt reagiert Nordkoreas Diktator. Die Maßnahmen seien ein "Verbrechen". Entspannung ist nicht in Sicht - in Südkorea ist ein Raketenabwehrsystem geplant.

Es waren die ersten direkten US-Sanktionen gegen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und eine Reihe weiterer Vertreter des kommunistischen Staates. Jetzt hat das Regime reagiert - mit deutlichen Worten. Die jüngsten Finanzstrafen der Amerikaner seien eine "offene Kriegserklärung", teilte Pjöngjang nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA mit.

Das nordkoreanische Außenministerium erklärte die Sanktionen zum "schlimmsten Verbrechen, das niemals vergeben" werden könne. Zudem drohte die Regierung damit, alle diplomatischen Kanäle mit Washington abzubrechen.

Am Donnerstag hatten die USA die Sanktionen gegen Kim und 16 Einzelpersonen und Organisationen ausgesprochen, denen Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Die Betroffenen wurden auf die schwarze Liste des US-Finanzministeriums gesetzt. Ihr Vermögen in den USA wird demnach eingefroren.

Mehrere internationale Strafmaßnahmen - Nordkorea ist wegen seines Atom- und Raketenprogramms bereits mit einer Reihe internationaler Sanktionen belegt. Das Land gehört zu den restriktivsten und am stärksten abgeschotteten Staaten der Welt.

Seoul und Washington wollen nun in Südkorea ein Raketenabwehrsystem (THAAD) stationieren. Darauf einigten sich beide Länder am Freitag. Das teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium laut der Nachrichtenagentur Yonhap mit. Die Entscheidung würde die Sicherheit der Südkoreaner vor nordkoreanischen Atomwaffen und Massenvernichtungswaffen garantieren, heißt es aus dem Verteidigungsministerium.

Die Verhandlungen über das Raketenabwehrsystem begannen bereits vor fünf Monaten, nachdem Nordkorea eine Langstreckenrakete getestet hatte. China verurteilte die Entscheidung für das THAAD-System. Ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums betonte am Freitag "die starke Unzufriedenheit und den entschiedenen Widerstand Chinas".

Die Stationierung laufe den Bemühungen zuwider, durch Dialog die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel zu wahren. Es schade ernsthaft den Sicherheitsinteressen und dem strategischen Gleichgewicht der Länder in der Region, darunter China.

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