WELT


Nordkorea führt erneut Raketentest durch

Baku, 15. Mai, AZERTAC

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die USA offenbar vor der Reichweite der Waffen seines Landes gewarnt. Die Vereinigten Staaten sollten die Realität nicht verkennen, das US-Festland und das US-Einsatzgebiet im Pazifik seien in Reichweite für Angriffe Nordkoreas. Man habe alle Mittel für einen Vergeltungsschlag. Das berichtet die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf die nordkoreanische Agentur KCNA.

Am Sonntag hatte Nordkorea erneut einen Raketentest durchgeführt. Dabei wurde laut KCNA eine "neu entwickelte ballistische Mittel-/Langstrecken-Rakete" vom Typ "Hwasong-12" getestet, Kim habe den Abschuss der Rakete persönlich überwacht. Der Test habe dazu gedient, die technischen Eigenschaften eines neuen Raketenmodells zu untersuchen, das "einen mächtigen und großen atomaren Sprengkopf tragen kann". Das Geschoss sei nach 787 Kilometern planmäßig im Meer gelandet, hieß es weiter.

Die Lage in der Region ist bereits nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests Nordkoreas seit dem vergangenen Jahr sehr angespannt. US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Atomstreit mit Nordkorea. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. Die USA befürchten, dass Nordkorea eines Tages über Atomraketen verfügt, die auch das amerikanische Festland erreichen könnten.

Zuletzt hatte Trump aber mehrfach angekündigt, auf eine diplomatische Lösung - und dabei vor allem auf Wirtschaftssanktionen - zu setzen. Besonders von China erhofft sich der US-Präsident Unterstützung. Der Raketentest gilt auch als Herausforderung für den neuen südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In, der seit dem 10. Mai im Amt ist. "Selbst wenn ein Dialog möglich ist, sollten wir zeigen, dass dies nur dann möglich ist, wenn Nordkorea seine Haltung ändert", sagte Moon laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bei einer Dringlichkeitssitzung des nationalen Sicherheitsrats.

Mit seinen Tests verstößt Nordkorea gegen Sanktionen des Uno-Sicherheitsrats. Für Dienstag wurde nach Angaben von Diplomaten auf Antrag der USA und Japans eine Dringlichkeitssitzung des höchsten Uno-Gremiums angesetzt.

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