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Nordkorea hat nach eigener Darstellung erfolgreich eine U-Boot-gestützte Rakete getestet

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Baku, 25. April, AZERTAC

Nordkorea hat Berichte aus dem Süden bestätigt, eine Rakete von einem U-Boot aus getestet zu haben. Die staatliche Nachrichtenagentur verbreitet Fotos vom Start des Geschosses.

Nordkorea hat nach eigener Darstellung erfolgreich eine U-Boot-gestützte Rakete getestet. Machthaber Kim Jong Un persönlich habe den Versuch überwacht, der die "Verlässlichkeit des koreanischen Unterwasser-Abschusssystems" bestätige und dem Land erlaube, "jederzeit" Südkorea und die USA zu treffen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag und verbreitete Fotos des Tests.

Damit bestätigt das abgeschottete Land entsprechende Berichte aus dem Nachbarland Südkorea. Das südkoreanische Verteidigungsministerium erklärte, die Rakete sei am Samstagmorgen im Japanischen Meer nahe der nordkoreanischen Hafenstadt Sinpo abgefeuert worden. Die Rakete sei nach 30 Kilometern ins Meer gestürzt. Eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete (SLBM) habe eigentlich eine Mindestreichweite von 300 Kilometern.

Zwar sei der Test damit letztlich gescheitert, doch zeige er "gewisse technologische Fortschritte" des Nordens bei der U-Boot-gestützten Raketentechnik, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte den Raketentest und sprach von einem erneuten "ernsthaften Verstoß" gegen Uno-Resolutionen.

Sollte Nordkorea wirklich die Fähigkeit erlangen, ballistische Raketen von U-Booten abzufeuern, würde dies dem Land erlauben, Atomraketen auch außerhalb des eigenen Territoriums zu stationieren.

Nordkoreas Außenminister Ri Su Yong sagte der Nachrichtenagentur AP, Pjöngjang sei zum Verzicht auf weitere Atomtests bereit, wenn die USA ihre jährlichen gemeinsamen Manöver mit Südkorea stoppten.

Südkoreas Außenministerium sprach am Sonntag von einem "lächerlichen Versuch", die defensiven Manöver in Verbindung mit einem verbotenen Atomwaffentest in Verbindung zu bringen.

US-Außenamtssprecher John Kirby rief Nordkorea auf, nichts zu tun, was die Region weiter destabilisieren könne. Stattdessen solle sich die Führung in Pjöngjang auf "konkrete Schritte konzentrieren", um ihre internationalen Verpflichtungen zu erfüllen.

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