WIRTSCHAFT


Öl-Auguren rechnen mit dem Eingreifen der Opec

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Baku, den 30. Juni (AZERTAG). Ölpreis-Prognosen sind wegen der Unruhen in den Förderländern schwieriger denn je. BP-Chefvolkswirt Rühl rechnet damit, dass die Preise eher fallen – und die Opec mit Förderkürzungen reagieren wird.

Die Ungewissheit über die Entwicklung auf den globalen Ölmärkten in den nächsten Monaten und Jahren wächst weiter.

Während auf der einen Seite Lieferunterbrechungen in einer Reihe von Förderländern Nordafrikas und des Nahen Ostens die Versorgung einschränken, wächst auf der anderen Seite die Förderung aus sogenannten unkonventionellen Vorkommen in Nordamerika, etwa in Schiefergestein oder aus Ölsanden.

Eine kurzfristige Verknappung ist nach Einschätzung von BP deshalb ebenso möglich wie ein reichliches Angebot. „Langfristig könnten die Preise unter Druck geraten“, sagte Christof Rühl, Chefvolkswirt des Energiekonzerns BP.

Zu günstigeren Benzin- und Ölpreisen in den Verbraucherländern dürfte dies allerdings kaum führen. In seiner mittelfristigen Prognose geht BP davon aus, dass die Opec, das Kartell der Förderländer, die Produktion vor Ende des Jahrzehnts drosseln werde, um einen Preisverfall zu verhindern.

Ölboom in den USA hält die Preise stabil - Der Ölpreis liegt seit drei Jahren relativ stabil knapp über 100 Dollar pro Barrel (zu je 159 Litern). Rühl begründete seine Einschätzung mit der Eintrittwahrscheinlichkeit der unterschiedlichen Szenarien. Das Wissen über die wachsende Produktion in den USA sei „sicherer als die Vermutung weiter eskalierender Unterbrechungen“.

Rühl hatte wenige Tage zuvor in Düsseldorf darauf hingewiesen, dass die vergleichsweise stabilen Preise über eine labile Situation in der weltweiten Produktion von Rohöl hinwegtäuschten. Das zeitliche Zusammentreffen des Öl-Booms in den USA und Kanada mit den Ausfällen in wichtigen Produktionsländern wie Syrien oder Libyen sei „purer Zufall“, erklärte er.

Prognosen seien deshalb so schwierig wie kaum jemals zuvor: „Der Markt sitzt an der Kante und wartet, welche Seite die Oberhand gewinnt.“

Die USA haben unterdessen erstmals ein seit 40 Jahren bestehendes generelles Exportverbot für Rohöl gelockert. Die beiden Ölfirmen Pioneer Natural Resources und Enterprise Products Partners erhielten die Erlaubnis, ab August eine leichte Ölsorte zu exportieren, berichtete das „Wall Street Journal“.

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