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Oppositionelle wichtige Verkehrsadern in Bangkok lahmgelegt

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Baku, den 13. Januar (AZERTAG). Zehntausende Oppositionelle haben wichtige Verkehrsadern in Bangkok lahmgelegt. Sie wollen die Blockaden der thailändischen Hauptstadt aufrechterhalten, bis die Regierung zurücktritt. Beobachter fürchten chaotische Zustände.

Im Kampf gegen die thailändische Regierung ist es seine bisher größte Offensive. Mit Tausenden Anhängern marschiert Suthep Thaugsuban am Montagmorgen durch die Straßen von Bangkok. Brütende Hitze liegt über der Stadt. Suthep schwitzt, lächelt und winkt alle paar Sekunden in die Menge.

Der Anführer der Massenproteste hat große Pläne. Noch vor wenigen Wochen gab er sich damit zufrieden, Ministerien und Behörden zu besetzen. Nun will er die komplette Hauptstadt lahmlegen - und damit den Rücktritt von Premierministerin Yingluck Shinawatra erzwingen.

Bereits in der Nacht hatten Sutheps Gefolgsleute Blockaden an sieben Verkehrsknotenpunkten in der Stadt errichtet und dort Bühnen für die Kundgebungen aufgebaut. Seit den Morgenstunden haben sich Zehntausende Regierungsgegner dort eingefunden. Sie schwenken thailändische Fahnen und blasen in ihre Trillerpfeifen, die sich als Symbol der Protestbewegung etabliert haben. „Bangkok Shutdown“ nennen sie ihre Kampagne, die sich zum Ziel gesetzt hat, das öffentliche Leben in der acht Millionen Einwohner großen Metropole zum Stillstand zu bringen.

Milliardenbeträge für Reisbauern - Die Demonstranten eint eine tiefe Abneigung gegen Thailands politisches Führung: "Die Regierung ist absolut korrupt. Wir glauben nicht, dass sich durch Wahlen daran etwas ändert", sagt Piphat Pupinyocharoen. An normalen Montagen fährt der 57-Jährige morgens zur Arbeit in den Norden Bangkoks. Heute blockiert er bereits seit Sonnenaufgang den Verkehr. „Natürlich wird unser Protest einigen in der Stadt nicht gefallen“, sagt er. „Aber die Unannehmlichkeiten sind nichts im Vergleich zu den gigantischen Schäden, die diese Regierung verursacht.“

Die Oppositionellen werfen Yingluck und ihrem Bruder - dem ehemaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra - vor, Milliardenbeträge verschwendet und sich selbst bereichert zu haben. Im Zentrum der Kritik stehen kostspielige Infrastrukturprogramme wie die geplante Einführung von Hochgeschwindigkeitszügen, welche die Gegner für überteuert und nutzlos halten. Auch ein milliardenschweres Subventionsprogramm für Reisbauern wird heftig attackiert: Es sei lediglich ein Mittel der Regierungspartei, um sich die Gunst der Wähler im ländlich geprägten Norden des Landes zu sichern, behauptet die Opposition.

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