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Paraffin verdreckt Rügens Küsten

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Baku, den 30. April (AZERTAG). Auf zehn Kilometern Länge wurde an Rügens Küste Paraffin angeschwemmt. Es ist das zweite Mal in diesem Monat, dass die Insel mit verschmutzen Stränden kämpft. Zuvor hatte Öl die Gegend verdreckt.

Anfang April war es Öl, nun schwemmt Paraffin an Rügens Stränden an. Es ist die zweite große Strandverschmutzung auf der Urlaubsinsel binnen eines Monats. Auf rund zehn Kilometern Länge wurde das Paraffin angeschwemmt, wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilte. Ein Strand wurde gesperrt. Erst Anfang April waren an den Stränden von Usedom und Rügen Ölklumpen angeschwemmt worden.

Von dem Paraffin waren seit Freitag zunächst Strandabschnitte bei Prora betroffen gewesen. Dort wurden rund sechs Tonnen Paraffin-Sandgemisch beseitigt. Derzeit überfliege ein Ölüberwachungsflugzeug das angrenzende Meeresgebiet, hieß es vom Havariekommando. Seine Besatzung solle feststellen, ob mit weiteren Paraffin-Anlandungen von See zu rechnen sei.

Die meisten Paraffinklumpen sind etwa so groß wie Tennisbälle, einige erreichten aber auch Handballgröße. Dutzende Helfer von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk nahmen die weißen und wachsartig wirkenden Paraffinklumpen mit Schaufeln auf und schippten sie in Plastiksäcke. Paraffin ist ein Erdölprodukt, das zur Herstellung von Kosmetika und Kerzen genutzt wird. Es wird in flüssiger Form in Tankschiffen transportiert. Paraffin ist nicht giftig, sofern man es nicht isst.

Ursache von Ölverschmutzung unklar - Zur Herkunft der Verschmutzung gab es zunächst keine Erkenntnisse. Umweltminister Till Backhaus (SPD) hatte am Sonntag darauf hingewiesen, dass manche Kapitäne die Tanks aus Kostengründen auf offener See reinigen. Dies sei jedoch illegal. Der Geschäftsführer der Tourismuszentrale Rügen, Kai Gardeja, erwartete keine negativen Auswirkungen auf den Tourismus der Insel. Er ging davon aus, dass die Reinigungsarbeiten an diesem Dienstag abgeschlossen seien. Paraffin verbinde sich nicht mit dem Sand und Wasser. Auf dem offenen Meer in Küstennähe seien noch einige Klumpen sichtbar. Diese würden aber bei dem derzeitigen Ostwind an den Strand getrieben und dann sofort beseitigt.

Bei der Ölverschmutzung Anfang des Monats wurden mehr als 75 Kubikmeter Öl-Sand-Gemisch eingesammelt. Auf den Verursacher gibt es noch keine Hinweise, teilte die Wasserschutzpolizei Sassnitz am Montag mit. Die Ermittlungen liefen, in Betracht kämen rund 150 Schiffe.

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