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Paris: Ein bizarres Projekt von französischem Extremkünstler

Baku, 31. März, AZERTAC

Der französische Extremkünstler Abraham Poincheval ist für seine ungewöhnlichen Aktionen bekannt. So ließ er sich etwa tagelang in einem Felsen einschließen. Nun verfolgt Poincheval erneut ein bizarres Projekt. Der 44-Jährige hat im Pariser Museum Palais de Tokyo damit begonnen, als "menschliche Henne" ein Dutzend Hühnereier auszubrüten.

Der in eine dicke Decke gehüllte Poincheval setzte sich in ein Plexiglasgehäuse auf einen Stuhl mit einer Kuhle, in der die Eier liegen. Er will es dort vor den Augen der Museumsbesucher rund drei bis vier Wochen aushalten - so lange, bis die Küken geschlüpft sind. Er darf das Glasgehäuse, in dem Essen und Trinken bereitstehen, jeden Tag nur eine halbe Stunde verlassen.

Die Küken sollen später auf dem Bauernhof von Poinchevals Vater in der nordfranzösischen Normandie leben. "Sie werden nicht auf dem Tisch enden", sagte der Vater lachend.

Direkter Kontakt mit dem Publikum - Besonders glücklich schien sein Sohn am Mittwoch aber nicht. Er hatte zuvor gewisse Sorgen darüber geäußert, dass er mit seinem Projekt "Ei" den direkten Blicken des Publikums ausgesetzt ist. "Es gibt einen viel direkteren Kontakt mit dem Publikum. Normalerweise bin ich alleine mit dem Objekt."

Im Februar hatte sich Poincheval eine Woche lang in einen tonnenschweren Felsen einsperren lassen. In dem ebenfalls im Palais de Tokyo ausgestellten Felsbrocken war eine kleine Höhle eingearbeitet, die in leicht vergrößerter Form Poinchevals Sitzhaltung nachzeichnete. Das Publikum konnte Poincheval nur dank einer Infrarotkamera beobachten.

"Bislang war ich im Inneren der Dinge", sagte Poincheval vor dem Beginn der Aktion "Ei". "Jetzt bin ich draußen, ich bin es, der umhüllt." Der Performance-Künstler hat schon mehrfach durch spektakuläre Aktionen von sich Reden gemacht. Unter anderem lebte er zwei Wochen lang im Inneren eines ausgestopften Bären.

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