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Parlamentswahl in Bangladesch wird von Gewalt überschattet

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Baku, den 5. Januar (AZERTAG). Überschattet vom Boykott der Opposition und zahlreichen gewaltsamen Übergriffen hat in Bangladesch am Sonntag die Parlamentswahl begonnen. Mindestens sechs Menschen wurden getötet, wie die Behörden mitteilten. Medien berichteten zudem, dass über Nacht landesweit mehr als 120 Schulen in Brand gesteckt worden seien, die als Wahllokale dienen sollten.

Wegen Gewaltausbrüchen wurde die Parlamentswahl in 126 der mehr als 18 000 Wahllokale ausgesetzt. In vielen anderen Abstimmungszentren in dem südasiatischen Entwicklungsland war am Morgen kaum etwas los. Die Menschen blieben Zuhause, weil sie die Gewalt fürchteten – trotz der 270 000 Sicherheitskräfte auf den Straßen. Außerdem war die Wahl schon vor der Öffnung der Wahllokale entschieden. Die regierende Awami-Liga stand wegen des Boykotts der Opposition bereits im Vorfeld als Sieger fest.

Nach Angaben der Polizei erstachen mutmaßliche Aktivisten der Opposition einen Wahlbeamten im Distrikt Thakurgaon im Norden des Landes. In den Bezirken Rangpur und Nilphamari versuchten Demonstranten, zwei Wahllokale zu stürmen. Die Polizei eröffnete das Feuer und erschoss drei Menschen. Laut Medienberichten gehörten alle drei Toten der Oppositionspartei Jamaat-e-Islami an.

In mindestens 38 Zentren wurde nach Angaben der Wahlkommission die Stimmabgabe wegen Angriffen ausgesetzt. Demonstranten besetzten die Wahllokale, verbrannten Stimmzettel und andere Wahlunterlagen. Die Opposition boykottiert die Wahl und verlangt den Rücktritt von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina sowie die Einsetzung einer neutralen Übergangsregierung, die die Wahl beaufsichtigen soll. Hasina lehnt das ab.

Die Opposition hat versucht, ihre Forderungen mit Generalstreiks und Verkehrsblockaden durchzusetzen. In Folge dessen waren in den vergangenen Wochen weite Teile der Hauptstadt Dhaka vom Rest des Landes abgeschnitten. Bei den Unruhen wurden seit dem vergangenen Jahr mindestens 275 Menschen getötet.

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