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Patriarch nennt Homo-Ehe Symptom für Weltuntergang

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Baku, den 22. Juli (AZERTAG). Homosexualität sei Sünde und Selbstzerstörung für ein Volk: Der orthodoxe russische Patriarch Kirill wettert gegen gleichgeschlechtliche Ehen. Mit dieser Meinung steht der Kirchenmann in Russland nicht allein da.

Erst kürzlich hat Russland „Homosexuellen-Propaganda“ gesetzlich verboten - ein Zugeständnis an die einflussreiche Kirche im Land. Jetzt legt der russisch-orthodoxe Patriarch Kirill noch einmal nach und hetzt in drastischen Worten gegen gleichgeschlechtliche Ehen.

Viele Staaten, in denen eine Minderheit Gesetze durchdrücke, hätten sich zuletzt für die Sünde entschieden, sagte Kirill am Sonntag bei einem Gottesdienst in Moskau, berichtet die Agentur Interfax. In der Kasaner Kathedrale am Roten Platz sagte er demnach: „Das ist ein sehr gefährliches apokalyptisches Symptom. Denn das bedeutet, dass das Volk den Pfad der Selbstzerstörung einschlägt.“

Erst vor wenigen Tagen hatte Großbritannien die Homo-Ehe erlaubt, der deutsche Bundestag beschloss im Juni das Ehegatten-Splitting für homosexuelle Paare und der Oberste Gerichtshof der USA erweiterte die Rechte gleichgeschlechtlicher Ehepaare massiv.

Dass Russland unlängst „Homosexuellen-Propaganda“ unter Geldstrafe gestellt sowie Blasphemie unter Androhung von Haft verboten hat, ist auch ein Zugeständnis an die einflussreiche Kirche - diese ist eine wichtige Machtstütze von Kreml-Chef Wladimir Putin. Homosexualität ist in Russland zwar straffrei, wird aber von der Mehrheit der Russen strikt abgelehnt. Erst 1999 wurde Homosexualität von der Liste der Geisteskrankheiten gestrichen.

Wer in Russland homosexuell ist, lebt in ständiger Angst vor Ausgrenzung und Gewalt. Es gilt als offenes Geheimnis, dass viele Showstars und Politiker Scheinehen eingehen, um ihr Sexualleben zu verschleiern. In St. Petersburg wurden im vergangenen Jahr zwei Männer festgenommen, weil sie Plakate mit der Aufschrift „Homosexualität ist normal“ hochgehalten hatten.

Kirill war im Januar 2009 mit überwältigender Mehrheit zum neuen Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche gewählt worden. Er ist damit Nachfolger von Alexius II., der am 5. Dezember 2008 im Alter von 79 Jahren gestorben war und die größte Kirche im orthodoxen Christentum seit 1990 geführt hat.

 

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