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Petersilie nicht nur als Heilkraut sondern auch als psychoaktive Pflanze

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Baku, den 6. August (AZERTAG). Der Schriftsteller Honoré de Balzac konnte nur literweise Kaffee seine langen Arbeitstage überstehen. Der österreichische Schriftsteller Robert Menasse bekannte sich vor einigen Jahren zu einem weitaus ungewöhnlicheren Aufputschmittel: Er knabbere beim Schreiben Unmengen von Petersilie. Ein Buch von ihm sei eigentlich ein „Stoffwechselprodukt von exzessivem Petersilienkonsum“.

Und tatsächlich: Laut „Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen“ wirkt Petersilie „leicht erregend, berauschend und eventuell leicht halluzinogen“. Der Stoff, der für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist, heißt Myristicin. Durch die Weiterverarbeitung im Körper entsteht daraus eine halluzinogene Substanz, die Ähnlichkeit mit Ecstasy hat. Im Lehrbuch heißt es allerdings auch: „Leider sind keine verlässlichen Angaben zur Dosierung verfügbar.“

Schon Hildegard von Bingen beschrieb die Petersilie nicht nur als Heilkraut sondern auch als psychoaktive Pflanze: „Im Geist des Menschen erzeugt sie Ernst.“ Wer sich mit Petersilie in einen Drogenrausch futtern möchte, müsste dafür allerdings eine ganze Plantage der speziellen Myristicinsorte plündern. Und dafür vermutlich einen Magen wie ein Elefant haben.

Ähnlich verhält es sich mit anderen Lebensmitteln: Bevor sie einen Menschen in Rauschzustand befördern, verderben sie ihm vermutlich dermaßen den Magen, dass er schnell aufhört zu essen.

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